Asylstatistik Juli 2014

Schlagwörter: Asylstatistik

Medienmitteilungen, SEM, 12.08.2014

Bern. Im Juli 2014 wurden in der Schweiz 2911 Asylgesuche eingereicht, rund 30 % mehr als im Vormonat (2234 Gesuche). Vor allem die Asylgesuche von eritreischen Staatsangehörigen nahmen zu. Diese Zunahme ist zum Teil auf einen Sondereffekt zurückzuführen: Weil es im Juni einen Dolmetscher-Engpass gab, konnte ein Teil der Gesuche aus dem Vormonat erst im Juli verbucht werden.

Im Juli 2014 gingen in der Schweiz 1480 Gesuche von Personen aus Eritrea ein, 455 mehr als im Vormonat (+44 %). Dieser erneute Anstieg eritreischer Gesuche ist auf zwei Ursachen zurückzuführen: Einerseits erreichten im Juli rund 24 000 Migrantinnen und Migranten Süditalien auf dem Seeweg, etwa gleich viele wie im Juni 2014. Dies hat zu einer erheblichen Weiterwanderung in mehrere andere europäische Staaten geführt. Bei rund 30 % der in Italien angekommenen Personen handelte es sich um eritreische Staatsangehörige. Andererseits standen dem Bundesamt für Migration aufgrund des raschen Anstiegs von Gesuchen eritreischer Staatsangehöriger seit April 2014 vorübergehend nicht genügend qualifizierte Dolmetscher für Tigrinya zur Verfügung. Dieser Engpass führte zu einem einmaligen Sondereffekt: Rund 200 Gesuche, die im Juni gestellt worden waren, konnten erst im Juli registriert und in der Statistik verbucht werden.

Weitere wichtige Herkunftsländer sind Syrien mit 232 Gesuche (−17 %), Sri Lanka mit 141 Gesuchen (+60 %), Somalia mit 107 Gesuchen (+32 %), Nigeria mit 84 Gesuchen (+38 %), Afghanistan mit 61 Gesuchen (+69 %), und Marokko mit 56 Gesuchen (+27 %).

2191 Asylgesuche wurden im Juli in erster Instanz erledigt. Davon erhielten 553 Personen einen positiven Asylentscheid, was einer Anerkennungsquote von 28 % entspricht. 807 Personen wurden vorläufig aufgenommen. Die erstinstanzlich hängigen Asylgesuche sind wegen der hohen Neueingänge um 902 Gesuche (+5,7 % im Vergleich zum Vormonat) auf 16 794 pendente Gesuche angestiegen.

734 Asylsuchende sind im Juli 2014 aus der Schweiz ausgereist, 30 Personen (-4 %) weniger als im Vormonat. Die Schweiz hat bei 2117 Personen einen anderen Dublin-Staat um Übernahme angefragt, 192 Personen konnten in den zuständigen Dublin-Staat überführt werden. Gleichzeitig wurde die Schweiz von anderen Dublin-Staaten um Übernahme von 340 Personen ersucht. 72 Personen wurden der Schweiz überstellt.

Weitere Infos

Dokumente

Dossier

Medienmitteilungen

nach oben Letzte Änderung 12.08.2014

Kontakt

Kontakt / Rückfragen

Staatssekretariat für Migration
T
+41 58 465 11 11
Kontakt