Bericht untersucht Zusammenhänge zwischen Migration, Integration und Rückkehr

Schlagwörter: Integration

Medienmitteilungen, Der Bundesrat, 20.12.2019

Mit dem Postulat 16.3790 "Migration. Langfristige Folgen der Integration" der SVP wurde der Bundesrat beauftragt, einen Bericht zu verfassen, der die Wirkungszusammenhänge von Migration, Integration und Rückkehr beleuchtet. Der nun vorliegende Bericht zeigt auf, dass sich das aktuelle System der Schweiz bewährt. Die Forschungsresultate bestätigen im Grundsatz die Politik der beschleunigten Asylverfahren und die Umsetzung der Integrationsagenda Schweiz. Der Bundesrat hat in seiner Sitzung vom 20. Dezember 2019 den Bericht gutgeheissen.

Auf der Grundlage einer Literaturanalyse beleuchtet der Bericht in Erfüllung des Postulates 16.3790 der SVP Fraktion vom 29. September 2016 auf einer generellen Ebene die mittel- und langfristigen sozialen und ökonomischen Folgen der Integration auf die Schweiz und die Herkunftsländer. Die Erkenntnisse der Wissenschaft stützen die Stossrichtung der schweizerischen Migrations- und Integrationspolitik: Namentlich die Beschleunigung der Asylverfahren, die im Frühjahr 2019 schweizweit eingeführt wurde, sowie die Umsetzung der Integrationsagenda Schweiz, mit dem Ziel, Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene rasch in den Arbeitsmarkt, die Berufsbildung und die Gesellschaft zu integrieren. Die Forschung bestätigt, dass Wartefristen und Beschäftigungslosigkeit im Asylwesen langfristig zu höheren Kosten für die Schweiz führen, wenn sich schliesslich ein Verbleib der Gesuchsteller abzeichnet. Ein früher Erwerb sprachlicher und berufsrelevanter Kompetenzen ist derweil in zweierlei Hinsicht sinnvoll: Sie eröffnet den Asylsuchenden sowohl bei einem Verbleib in der Schweiz als auch bei einer Rückkehr in die Heimat grössere Perspektiven.

Spannungsfeld Integrationsförderung und Rückkehrbereitschaft

Der Bericht zeigt auf, dass Migrantinnen und Migranten ihr Herkunftsland aus ganz verschiedenen Gründen verlassen. Das Angebot an Integrationsmassnahmen wie zum Beispiel Sprachkurse oder Qualifizierungsmassnahmen haben – so die Forschung – keinen erkennbaren Einfluss auf den Entscheid, in ein bestimmtes Land zu migrieren; das gilt für Arbeits- wie auch Asylmigration und Familiennachzug.

Eine frühzeitige und intensive Integrationsförderung führt langfristig zu Kosteneinsparungen bei jenen Personen, die in der Schweiz verbleiben. Denn damit profitiert die Wirtschaft von inländischen Arbeitskräften, die dank guter Vorbereitung rascher im Arbeitsleben Fuss fassen und für sich selber aufkommen. Zudem kann eine erfolgreiche berufliche Integration und wirtschaftliche Selbständigkeit in der Schweiz dazu beitragen, dass Migrantinnen und Migranten sich auch für die Entwicklung in ihrem Herkunftsland engagieren. Hingegen ist sich die Forschung einig, dass der Entscheid für eine Rückkehr von verschiedenen Faktoren abhängt, bei der Asylmigration in erster Linie jedoch von der Situation im Heimatland.

Der vorliegende Bericht des Bundesrates stützt sich auf die Ergebnisse der Literaturanalyse "Wirkungszusammenhänge Migration, Integration und Rückkehr". Diese wurde durch das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) an der Universität Neuchâtel und das International Centre for Migration Policy Development (ICMPD) mit Sitz in Wien erarbeitet.

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