Bundesasylzentren

In den Bundesasylzentren werden künftig alle am Asylverfahren beteiligten Akteure unter einem Dach zusammenarbeiten. So können die Wege bei der Behandlung der Asylgesuche kurz gehalten und die Prozesse beschleunigt werden.

Dazu wird das Staatssekretariat für Migration die Unterbringungskapazität erhöhen. Künftig wird der Bund in sechs Verfahrensregionen jeweils bis zu vier Bundesasylzentren – davon eines mit Verfahrensfunktion – mit insgesamt 5000 Unterbringungsplätzen betreiben.

Um Asylverfahren wirtschaftlich durchführen zu können, wird eine Mindestgrösse von 350 Unterbringungsplätzen für Zentren mit Verfahrensfunktion und 250 Unterbringungsplätzen für die übrigen Bundesasylzentren angestrebt.

Verteilung der Bundesasylzentren nach Verfahrensregionen


Region

Soll
Verfahrenszentren

Soll
Ausreisezentren


Total

Nordwestschweiz

350

490

840

Bern

260

360

620

Westschweiz

540

740

1280

Zentral- und Südschweiz

290

400

690

Ostschweiz

290

410

700

Zürich

360

510

870

 

 

 

5000

    

Bundesasylzentren

Zurzeit betreibt der Bund sechs Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ), den Testbetrieb in Zürich und eine schwankende Zahl an temporären Bundesunterkünften in Anlagen der Armee oder des Zivilschutzes. Mit der Beschleunigung der Asylverfahren werden verschiedene Typen von dauerhaften Bundesasylzentren geschaffen:

  • Bundesasylzentren mit Verfahrensfunktion
    In diesen Bundesasylzentren werden Asylgesuche eingereicht, geprüft und entschieden. Alle dazu nötigen Akteure befinden sich unter einem Dach. Asylsuchende bleiben für die Dauer ihres Verfahrens in diesen Zentren und werden nicht mehr an die Kantone überwiesen. Durch die neuen Zentren in den sechs Verfahrensregionen lässt sich der administrative Aufwand reduzieren, was die Verfahren beschleunigt. In diesen Zentren gibt es neben den Unterkünften für Asylsuchende auch Büros für Befrager/innen, Dolmetscher/innen, Dokumentenprüfer/innen oder die Rechtsvertretung.
      
  • Bundesasylzentren ohne Verfahrensfunktion (mit Warte- und Ausreisefunktion)
    In diesen Bundesasylzentren halten sich überwiegend Personen auf, deren Asylverfahren unter das Dublin-Abkommen fallen oder deren Asylgesuche abgelehnt wurden. Diese Personen bleiben in den Bundeszentren und sollen nicht mehr wie bis anhin in die kantonalen Asylzentren transferiert werden. Es handelt sich um Personen, die in der Regel die Schweiz nach kurzer Zeit wieder verlassen müssen.
      
  • Besondere Zentren
    Wenn ein Asylsuchender die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gefährdet oder den Betrieb der normalen Bundesasylzentren durch sein Verhalten stört, kann er in einem besonderen Zentrum untergebracht werden. Die kantonalen Behörden können diese Asylsuchenden mit einer Eingrenzung belegen; in diesem Fall dürfen sie ein bestimmtes Gebiet nicht verlassen. Vorgesehen sind zwei besondere Zentren für je rund 60 Personen.

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Dokumentation

Dossier

nach oben Letzte Änderung 26.01.2017