Schengen

Wir geniessen in einem grossen Teil Europas uneingeschränkte Reisefreiheit. Wir können vom Mittelmeer zum Polarkreis reisen, ohne eine Grenzkontrolle passieren zu müssen oder ein Visum zu benötigen. Schengen erlaubt uns diese Bewegungsfreiheit. Um parallel zur Bewegungsfreiheit die Sicherheit und das Recht zu gewährleisten, steht der Reisefreiheit im Inneren ein verstärkter Schutz der Aussengrenzen wie auch gemeinsame Bestimmungen zur Visumserteilung gegenüber.

Schengen bildet einen gemeinsamen rechtlichen Rahmen, der Regeln zur Ein- und Ausreise sowie Aufenthalt im Schengen-Raum aufstellt, das bedeutet Regeln zur Verwaltung der Schengen-Aussengrenzen und zu den Schengen-Visa. Ein Reisender aus einem Staat, der nicht dem Schengen-Raum angehört, ist den gleichen Einreisebestimmungen ausgesetzt, ob er in den Niederlanden per Schiff im Schengen-Raum ankommt, am Flughafen in der Schweiz landet oder in Polen per Zug die Grenze überquert. Das Gebiet der Schengen-Staaten umfasst den grössten Teil der EU-Staaten (22 EU-Staaten) und die vier assoziierten Staaten (Schweiz, Norwegen, Island und das Fürstentum Liechtenstein).

Um die Einhaltung des rechtlichen Rahmens zu garantieren, bedarf es der täglichen operativen und rechtlichen Zusammenarbeit zwischen den Schengen-Staaten. Das SEM beteiligt sich aktiv an dieser Zusammenarbeit und nimmt beispielsweise an Arbeitsgruppen der EU zu Schengen teil und bringt die Schweizer Position ein. Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden oft erneuert und angepasst, um aktuellen Herausforderungen Rechnung zu tragen oder auch bestehende Systeme zu modernisieren. Reisebewegungen sollen sowohl für Grenzkontrollorgane als auch für Reisende möglichst effizient erfolgen.

So wird aktuell unter dem Namen "Smart Borders" ein zukünftiges Grossprojekt besprochen. Smart Borders strebt an, mit dem Einsatz moderner Technologien die Grenzkontrollen an den Schengen-Aussengrenzen effizienter zu gestalten sowie die Sicherheit des Schengen-Raumes zu erhöhen. Kernstück dieses Projekts ist das elektronische Ein- und Ausreisesystem (Entry/Exit System, EES). Damit sollen alle Drittstaatsangehörigen bei der Ein- und Ausreise in den bzw. aus dem Schengen-Raum registriert werden. Das System soll die heutigen Passabstempelungen ersetzen. Daneben sollen die Schengen-Staaten die Möglichkeit bekommen, auf freiwilliger Basis nationale Erleichterungsprogrammen (National Facilitation Programmes, NFP) für vielreisende Drittstaatsangehörige einzuführen. Diese Personen können dannnach einer vorgängigen Sicherheitsüberprüfung den Status eines "Registrierten Reisenden" erlangen und dadurch von einer erleichterten Grenzübertrittskontrolle profitieren.

Des Weiteren hat die Schweiz im Rahmen von Schengen eine nationale Strategie zur integrierten Grenzverwaltung entwickelt (Integrated Border Management, IBM). Zudem wird die Schweiz, wie andere Schengen-Staaten auch, regelmässig evaluiert (Schengen-Evaluation).