Protection in the Region

Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge weltweit befindet sich in Afrika, Lateinamerika, Asien und im Nahen und Mittleren Osten – häufig in Entwicklungsländern, die nicht über genügend Kapazitäten verfügen, um eine grosse Anzahl von Flüchtlingen aufzunehmen und ihnen einen wirksamen Schutz zu gewähren. Viele Flüchtlinge und andere schutzbedürftige Personen sehen sich deshalb gezwungen, in andere Länder und Regionen weiterzuwandern. Mit dieser Realität konfrontiert, hat sich die Schweiz entschlossen, spezifische Programme zur Stärkung des Schutzes von Flüchtlingen und Migranten vor Ort ins Leben zu rufen. Diese Programme sind Teil des Konzepts "Protection in the Region" (PiR), welches im Jahr 2007 durch das Plenum der interdepartementalen Arbeitsgruppe Migration (IAM) verabschiedet wurde.

Ziele

Das schweizerische Engagement im Rahmen von PiR soll dazu beitragen, dass Flüchtlinge möglichst schnell einen wirksamen Schutz in ihren Herkunftsregionen finden. So sollen Erstaufnahmeländer in ihren Bemühungen zu unterstützt werden, diesen Personen den notwendigen Schutz zu gewähren. Dies soll zu einer Verringerung der irregulären Weiterwanderung, bei der die Migranten oft grossen Gefahren ausgesetzt sind, beitragen und kann somit zu einer Abnahme der Asylgesuche in der Schweiz führen.

Inhalt

Um diese Ziele zu erreichen, ist unter anderem geplant, nationale Behörden beim Aufbau eines fairen und effizienten Asylverfahrens und bei der Verbesserung der Lebensbedingungen von Flüchtlingen zu unterstützen. Die Suche nach dauerhaften Lösungen - Erleichterung der freiwilligen Rückkehr in die Heimat, Förderung einer nachhaltigen lokalen Integration sowie die Aufnahme von Flüchtlingsgruppen in Drittstaaten (sogenanntes Resettlement; zur Zeit für Syrer) – ist ebenfalls vorgesehen.

Umsetzung

"Protection in the Region" wird bisher in zwei Regionen umgesetzt. Im Horn von Afrika und in Jemen ist das PiR Programm wichtiger Bestandteil des Migrationspfeilers der Horn von Afrika-Strategie der Schweiz für 2013-2016. Ein zweites PiR-Programm wird derzeit aufgrund der Syrienkrise in den Ländern Jordanien, Libanon, Türkei und Syrien umgesetzt.

Gesamtregierungsansatz

Die Erarbeitung und Umsetzung des schweizerischen PiR-Konzepts stützt sich auf einen Gesamtregierungsansatz, d.h. auf eine interdepartementale Koordination und Kooperation des Bundes ("whole of government approach").

Die involvierten Akteure sind insbesondere das Staatssekretariat für Migration, sowie die politische Direktion (Abteilung Menschliche Sicherheit) und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten.

Horn von Afrika

Mittlerer Osten

nach oben Letzte Änderung 25.07.2016