Jahres- und Zwischenberichte der kantonalen Integrationsprogramme KIP

Zwischenbericht KIP 2016

Bericht KIP 2014

Die flächendeckende Integrationsförderung wie sie mittels kantonaler Integrationsprogramme seit 2014 umgesetzt wird, spiegelt das gesamte gesellschaftliche Leben wider. Bund und Kantone investierten 2014 insgesamt rund 112,5 Millionen Franken in die acht Förderbereiche. Die Auswertung der kantonalen Berichterstattung zeigt Tätigkeiten, Ausrichtungen und Tendenzen auf und ermöglicht einen umfassenden Einblick in die gesamtschweizerische Integrationsförderung.

Unzählige Projekte und Angebote aus den acht Förderbereichen der spezifischen Integrationsförderung haben das erste Programmjahr geprägt.

Neu in der Schweiz?
Das Leben in der neuen Heimat kann viele Fragen aufwerfen. Im Rahmen einer Erstinformation werden neu zugewanderte Migrantinnen und Migranten willkommen geheissen und über den Lebensalltag in der Schweiz informiert. Beratende Stellen unterstützen den gesamten Integrationsprozess. Neben Migrantinnen und Migranten richten sich die Informationen und Beratungen auch an Behörden und ihre Mitarbeitenden sowie an die einheimische Bevölkerung. Information und Beratung ist am wirksamsten, wenn sie vor Ort in der Gemeinde stattfindet oder leicht erreichbar ist. Ein wichtiger Meilenstein ist die vermehrte Mitwirkung der Gemeinden beim Aufbau wirksamer Informations- und Beratungsangebote. Wichtig ist aber auch der Einsatz von Schlüsselpersonen, welche die Migrantinnen und Migranten auf ihrem Weg begleiten.

Wo fängt Diskriminierung an?
Was in vielen Fällen mit einer unbedachten Bemerkung beginnt, kann für die Betroffenen zu einer grossen Belastung werden. Rat und Unterstützung bieten Kompetenzzentren und Anlaufstellen. Gleichzeitig hat der Diskriminierungsschutz zum Ziel, die gesamte Bevölkerung zu informieren sowie Institutionen und ihre Mitarbeitenden für die Thematik zu sensibilisieren.
Ein beispielhaftes Hilfsmittel ist ein Leitfaden zur diskriminierungsfreien Kommunikation.

Welche Sprachkenntnisse braucht es für die Integration?
Wenn die richtigen Worte fehlen, ist es schwierig sich im Alltag zurecht zu finden und die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist nur begrenzt möglich. Einfache Alltagssituationen wie die Terminvereinbarung bei einem Arzt sind mit grossen Anstrengungen verbunden und fehlende Sprachkenntnisse erschweren die berufliche und soziale Integration. Da der Erwerb einer neuen Sprache eine grosse Herausforderung ist, sind qualitativ gute Angebote von zentraler Bedeutung. Zielgruppenspezifische Sprachkursangebote fördern in der ganzen Schweiz die Sprachkenntnisse von Migrantinnen und Migranten. Dabei steht das Rahmenkonzept fide für die Qualitätssicherung in der Sprachförderung.

Hat Integrationsförderung ein Mindestalter?
Die Integrationsförderung im Frühbereich beginnt möglichst früh nach der Geburt. Dabei begleitet und unterstützt sie fremdsprachige Kinder in ihrem Entwicklungsprozess und verbessert deren Startchancen. Die frühe Sprachförderung setzt beispielsweise hier an. Wichtig ist auch, Eltern von Migrantenkindern besser über Angebote der frühen Förderung zu informieren.
Ein Projektbeispiel ist die Förderung der Sprach- und Lesekompetenz im Rahmen von Geschichtenstunden.

Wie wird der Einstieg in die Arbeitswelt gefördert?
Die Integration in den Arbeitsmarkt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Aufgrund der Tatsache, dass die Zugewanderten in den meisten Fällen eine neue Sprache von Grund auf erlernen und fachliche Qualifikationen erweitern müssen, ist es insbesondere für vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge sowie für spät zugewanderte Jugendliche und junge Erwachsene schwierig, sich auf Anhieb in den Arbeitsmarkt oder die Berufsbildung zu integrieren. Verschiedene Fördermassnahmen erhöhen die Arbeitsmarktfähigkeit der Zielgruppen und verstärken die Einbindung der Arbeitgeber.
Ein Beispiel ist die Einführung eines Teillohnmodells, das mit einem neuen Ansatz die langfristige Integration in den Arbeitsmarkt fördert.

Verständigung mit Händen und Füssen?
Komplexe Themen oder persönliche Angelegenheiten erfordern oftmals zusätzliche Verständigungshilfen. Insbesondere im Gesundheits- und Sozialbereich sind Migrantinnen und Migranten mit geringen Sprachkenntnissen auf interkulturelles Dolmetschen angewiesen. Die Dolmetschenden verstehen es, die Botschaft im sprachlichen und übertragenen Sinn zu vermitteln.
Ein Beispiel ist das Angebot eines Dolmetscherdienstes, welches das Verständnis und die Interpretation der nonverbalen Kommunikation illustriert.

Teilhaben durch Teilnehmen?
Das gesellschaftliche Leben ist geprägt von Interaktionen. Der Austausch und die Kontakte zwischen Migrantinnen und Migranten und der einheimischen Bevölkerung sind Teil des alltäglichen Zusammenlebens. Verschiedene Projekte und Angebote fördern dabei die Teilnahme der Migrantinnen und Migranten, identifizieren die verschiedenen Bedürfnisse und thematisieren neue Fragestellungen der sozialen Integration. Dazu zählen auch die Teilnahme an den politischen Prozessen und die gemeinsame Gestaltung des Zusammenlebens.
Ein Meilenstein ist der Aufbau eines Netzwerkes von "Tuteurs-Mentors", welche in der Funktion als Brückenbauende den Migrantinnen und Migranten sportliche Aktivitäten näherbringen.

nach oben Letzte Änderung 26.09.2016