Berufsbildung

Bildung ist in der Schweiz von zentraler Bedeutung und ein wichtiges Element der Integration. Ein qualifizierter Abschluss nach der obligatorischen Schule ist bedeutend für einen nachhaltigen Einstieg in den Arbeitsmarkt. Wer keine qualifizierende Ausbildung absolviert, hat lebenslang beeinträchtigte Berufschancen.

In der Schweiz stehen unterschiedliche Wege für eine gut qualifizierte Ausbildung offen. Ein wichtiger Pfeiler ist die duale Berufsbildung.

Die Schweiz strebt ein Berufsbildungssystem an, das den Einzelnen die berufliche und persönliche Entfaltung und die Integration in die Gesellschaft, insbesondere in die Arbeitswelt, ermöglicht. Es soll die Fähigkeit und die Bereitschaft vermitteln, beruflich flexibel zu sein und in der Arbeitswelt zu bestehen. Das Berufsbildungsgesetz (BBG) fördert und entwickelt den Ausgleich der Bildungschancen in sozialer und regionaler Hinsicht.

Eine wichtige Rolle spielt die so genannt duale Berufsbildung, welche die Ausbildung im Betrieb während drei bis vier Wochentagen mit einer berufsschulischen Ausbildung (1-2 Tage pro Woche) verbindet. Diese starke Ausrichtung auf die Berufspraxis führt zu einer guten Integrationsfähigkeit in den Arbeitsmarkt.

Für Jugendliche, die nach Abschluss der Sekundarstufe I nicht direkt in eine berufliche Grundbildung oder in eine Schule der Sekundarstufe II übertreten, stehen Brückenangebote als Übergangslösungen zur Verfügung. Sie dauern in der Regel ein Jahr, sind freiwillig und dienen zur Behebung von schulischen, sprachlichen oder weiteren Defiziten, zur Orientierungshilfe und Entscheidungsfindung für die nachobligatorische Ausbildungslaufbahn sowie als Übergangslösung bei einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage. Die Angebote variieren je nach Kanton.


Bestandsaufnahme zur Bildungsbeteiligung von spät eingereisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG
Januar 2016

Die nationalen Gremien der interinstitutionellen Zusammenarbeit IIZ, d.h. die Behörden der Berufsbildung, Arbeitslosenversicherung, Invalidenversicherung, Sozialhilfe und die Migrations- und Integrationsbehörden, haben bezüglich des bildungspolitischen Ziels von Kantonen und Bund, die Quote die nachobligatorischen Ausbildungsabschlüsse der unter 25-jährigen auf 95 % zu steigern, prioritären Handlungsbedarf bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die im Alter von 16 bis 25 Jahren in die Schweiz einreisen, geortet. Diese Zielgruppen haben die Schule nicht in der Schweiz durchlaufen. Ein Teil dieser Zielgruppe weist ein erhöhtes Risiko auf, keine nachobligatorische Ausbildung zu erreichen und später von Arbeitslosigkeit und Sozialhilfeabhängigkeit betroffen zu sein.

Das Staatssekretariat für Migration SEM hat dem Büro für arbeits- und sozialpolitische Studien BASS AG im Rahmen eines IIZ-Projekts den Auftrag gegeben, eine detaillierte Bestandsaufnahme zu den bestehenden Strukturen, Massnahmen und Formen der Zusammenarbeit im Bereich der nachobligatorischen Bildungsbeteiligung von spät eingereisten Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchzuführen.

Die Bestandsaufnahme erlaubt einen quantitativen Überblick über die Zielgruppe, die über die Zeitspanne 2008–2013 in die Schweiz eingereist sind. Auch werden Verbesserungsmöglichkeiten in folgenden Handlungsfeldern vorgeschlagen: Information und Beratung, Sprachförderung, Abbau von Hindernissen im Zugang zu Bildungsangeboten, systematische Integrationsförderung in der nachobligatorischen Bildung, Verstärkung der interinstitutionellen Koordination und Zusammenarbeit.


Vorstudie "Potentiale nutzen – Pilotprojekt Nachholbildung", Schlussbericht

23. Dezember 2011

Mit der Vorstudie zum Projekt "Potentiale nutzen – Pilotprojekt Nachholbildung" soll sicher gestellt werden, dass dieses möglichst passgenau auf die Erfahrungen der verschiedenen Akteure und ihrer Zielgruppen mit den Verfahren der Regelstruktur aufgesetzt werden kann. Ziel des Projekts ist die "äquivalente" berufliche Integration von hochqualifizierten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen. Im Rahmen dieses Projekts wurden neben dieser Vorstudie auch ein Leitfaden (siehe weiter unten) publiziert.

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