Gesundheit

Zwischen Integration und Gesundheit besteht eine Wechselwirkung. Der Gesundheitszustand von Migrantinnen und Migranten ist oft schlechter als derjenige der Schweizerinnen und Schweizer. Die Migrationsbevölkerung ist grösseren gesundheitlichen Risiken ausgesetzt und findet weniger leicht Zugang zum Gesundheitssystem, was sich bei einer nicht gelungenen Integration häufig chronifizierend auf einen schlechten Gesundheitszustand auswirkt. Umgekehrt erschwert ein schlechter Gesundheitszustand den Integrationsprozess.

Im Bereich Migration und Gesundheit liegen die Zuständigkeiten bei den Regelstrukturen des Gesundheitswesens. Auf Bundesebene ist dies das Bundesamt für Gesundheit BAG, auf Ebene der Kantone die Gesundheitsdirektionen bzw. die jeweiligen Leistungserbringer (Spitäler, Ärzte, Heime, etc.). Das SEM unterstützt die Bundesstrategie «Migration und Gesundheit», welche seit 2002 und bis 2017 unter der Trägerschaft des BAG umgesetzt wird. Im Rahmen von Artikel 91 Abs. 3 des Asylgesetzes engagiert sich das SEM insbesondere für die Integration von traumatisierten Personen des Asylbereichs und unterstützt Einrichtungen und Pilotprojekte für traumatisierte Personen.

Integrationsdialog «Aufwachsen – gesund ins Leben starten»

Die Tripartite Agglomerationskonferenz TAK widmet sich mit dem Integrationsdialog «Aufwachsen – gesund ins Leben starten» ebenfalls dem Thema Gesundheit von Migrantinnen und Migranten. Ziel des Dialogs ist, die Rahmenbedingungen für eine gute körperliche, seelische und soziale Entwicklung im frühen Kindesalter zu optimieren – und zwar für alle Kinder, unabhängig ihrer Herkunft. Auf der Website des TAK-Dialogs finden Sie genauere Informationen zu den von der TAK verabschiedeten Empfehlungen sowie zu bestehenden Projekten im Rahmen des Dialogs.


Schlussbericht "Zugänge schaffen – Dolmetschunterstützung für traumatisierte Personen in der Psychotherapie", Pilotprojekt 2016-2018

Juni 2018

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) lancierte im März 2016 das zweijährige Pilotprojekt "Zugänge schaffen – Dolmetschunterstützung für traumatisierte Personen in der Psychotherapie". Das Ziel war, Personen aus dem Asyl- und Flüchtlingsbereich den Zugang zu Angeboten der Psychotherapie und Psychiatrie in den bestehenden Institutionen zu erleichtern. Gleichzeitig sollten anerkannte Anbieter von Psychotherapie und Psychiatrie interkulturelles Dolmetschen kennen lernen und professionelle interkulturell Dolmetschende (ikD) einsetzen. Insgesamt haben 20 grössere und kleinere Institutionen aus 12 Kantonen am Pilotprojekt teilgenommen. Das Projekt wurde evaluiert. Die Evaluationsergebnisse liegen vor.

Weitere Infos

   

nach oben Letzte Änderung 04.04.2015