Religion

Art. 15 der Bundesverfassung garantiert die Glaubens- und Gewissensfreiheit. Positive Religionsfreiheit ist die Freiheit zu glauben, eine Religion auszuüben oder auch nicht. Negative Freiheit ist der Schutz vor bestimmten Einschränkungen, zum Beispiel vor Staatskontrolle oder Diskriminierung.

Das Verhältnis zwischen Kirche und Staat ist in Art. 72 BV geregelt. Grundsätzlich sind hierfür die Kantone zuständig. Zur Wahrung des öffentlichen Friedens kann der Bund zusammen mit den Kantonen Massnahmen ergreifen.

Kirchen und Glaubensgemeinschaften repräsentieren eine wichtige gesellschaftliche Kraft und sind somit wichtig im Dialog zwischen verschiedenen Kulturen und für die Integration von Migrantinnen und Migranten.

Das Zusammenleben zwischen den Religionen gestaltet sich in der Schweiz im Grossen und Ganzen gut. Der Verfassungsstaat ist in der Lage mit eventuellen Konflikten religiöser Gruppierungen umzugehen. Die Grundrechtsordnung enthält Prinzipen, die ein Mindestmass an innerem Zusammenhalt von Staat und Gesamtgesellschaft herstellen, was für ein harmonisches Zusammenleben wichtig ist.

Zulassung von religiösen Betreuungspersonen: Glaubensgemeinschaften aller Richtungen können bei den kantonalen Arbeitsmarktbehörden beantragen, dass Priester, Imame oder Pfarrer ihre Tätigkeit befristet oder unbefristet in der Schweiz ausüben. Handelt es sich um Personen aus Drittstaaten (ohne Freizügigkeitsabkommen mit der Schweiz), müssen dafür spezielle Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu gehören eine Anstellung zu orts- und berufsüblichen Lohn- und Arbeitsbedingungen, eine abgeschlossene religiöse Ausbildung auf Fachhochschulniveau und – wenn die Aufenthaltsdauer vier Monate übersteigen soll – Sprachkenntnisse der am schweizerischen Arbeitsort gesprochenen Landessprache (vgl. Art. 7 VIntA).


Studie "Das Zulassungssystem für religiöse Betreuungspersonen – Eine explorative Studie"

Alberto Achermann, Christin Achermann, Joanna Menet, David Mühlemann
Mai 2013

Religiöse Betreuungspersonen können eine wichtige Rolle im Integrationsprozess spielen. Doch wer sind die Personen, die als Prediger und Seelsorger in den Glaubensgemeinschaften in der Schweiz wirken? Welche Aufenthaltsstatus haben sie, wie sind sie allenfalls in die Schweiz gekommen? Über welche persönlichen und beruflichen Voraussetzungen verfügen sie, welche Funktionen nehmen sie in den verschiedenen Glaubensgemeinschaften wahr und wie sind sie mit Herausforderungen der Integration konfrontiert?

Die explorative Studie zeichnet ein interessantes und detailreiches Bild der bisher wenig bekannten Berufsgattung der "religiösen Betreuungspersonen". Diese präsentieren sich genauso heterogen, wie die religiöse Landschaft der Schweiz der letzten Jahrzehnte vielfältig geworden ist. Porträts von sechs Einzelpersonen verdeutlichen dies sehr illustrativ. Die Studie wirft auch einen kritischen Blick auf das aktuelle Zulassungssystem und beleuchtet die rechtlichen Aspekte.

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nach oben Letzte Änderung 04.04.2015