Soziale Integration

Die soziale Integration von Migrantinnen und Migranten ist ein gesamtgesellschaftlicher Prozess, der das friedliche Zusammenleben zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen zum Ziel hat. Wichtige Voraussetzungen für die Erreichung dieses Ziels sind das gegenseitige Verständnis und die Offenheit zwischen der einheimischen und der zugewanderten Bevölkerung. Soziale Integration bedeutet für die in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer, dass sie am öffentlichen Leben teilhaben. Sie zeigt sich im Alltag. Die Begegnungen, die das Zusammenleben fördern, finden an konkreten Orten statt: In der Schule, am Arbeitsplatz oder an Orten des öffentlichen Lebens – da, wo Migrantinnen und Migranten die Möglichkeit haben, mit der Aufnahmegesellschaft in Kontakt zu treten und herauszufinden, wie diese funktioniert. Die Beteiligung der Migrationsbevölkerung sowie der im Migrationsbereich tätigen Vereinigungen ist ein Schlüsselfaktor für ein kohärentes und wirksames Instrument der sozialen Integration. Diese Beteiligung ist deshalb auf beiden Seiten zu fördern. Zudem darf die Sensibilisierung der Aufnahmegesellschaft für die gesellschaftlichen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Migration, insbesondere das Konzept des «Zusammenlebens», nicht vernachlässigt werden.

Soziale Integration heisst auch, günstige Rahmenbedingungen zu schaffen, um die Lebensqualität in Quartieren, die mit spezifischen Herausforderungen wie einer hohen Wohndichte, fehlenden Grünflächen usw. konfrontiert sind, nachhaltig zu verbessern.
   

Programm «Projets urbains»

Da soziale Integration am einfachsten vor Ort gelingt, sind lokale und räumliche Gegebenheiten für die Förderung des friedlichen Zusammenlebens entscheidend. Besondere Beachtung verdienen Quartiere, in denen sich das Zusammenleben schwierig gestaltet, weil beispielsweise gewisse Gruppierungen benachteiligt sind oder weil Begegnungsorte fehlen.

Der Bund will die Lebensqualität in diesen Quartieren nachhaltig verbessern und günstige Voraussetzungen für das friedliche Zusammenleben schaffen. Zu diesem Zweck hat er das Programm «Projets urbains» ins Leben gerufen, welches zurzeit von fünf Bundesstellen getragen wird: dem federführenden Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), dem Staatssekretariat für Migration (SEM), dem Bundesamt für Wohnungswesen (BWO), der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) und der Eidgenössischen Migrationskommission (EKM). In der ersten Projektphase war auch das Bundesamt für Sport (BASPO) beteiligt.

Das Programm unterstützt zusammen mit den jeweiligen Kantonen ausgewählte kleinere und mittlere Städte und Agglomerationsgemeinden. In der ersten Projektphase von 2008 bis 2011 wurden die folgenden elf Projekte unterstützt: Baden, Burgdorf, Montreux, Olten, Pratteln, Renens, Rorschach, Schaffhausen, Spreitenbach, Vevey und Yverdon. Bei der zweiten Pilotphase von 2012 bis 2015 sind diese zehn Gemeinden beteiligt (wovon fünf aus der ersten Phase hervorgegangen sind): Aarburg, Olten, Pratteln, Regensdorf, Rorschach, Schlieren, Spreitenbach, Vernier, Versoix und Vevey.

Bei den «Projets urbains» handelt es sich um integrale Quartierentwicklungsprojekte. Dies bedeutet, dass die Ziele und Massnahmen abhängig sind von der Situation und den Herausforderungen vor Ort. Unter Beteiligung der Quartierbevölkerung diskutieren und entscheiden die entsprechenden Akteure über die zu planenden Aktivitäten. Dabei kommen alle relevanten Themen (Entwicklung des gemeinschaftlichen Raums, Sozialarbeit, Integrationsförderung, Wohnen, Rassismusbekämpfung, Sport usw.) zur Sprache. Die Gemeinde übernimmt die Federführung und trägt die Verantwortung für den Gesamtprozess. Die verschiedenen Gemeindestellen, die Liegenschaftsverwaltungen und Gewerbetreibenden sowie die Bewohnerinnen und Bewohner selbst arbeiten dabei eng zusammen.

Das Programm unterstützt die beteiligten Projekte nicht nur finanziell. Im Rahmen einer gemeinsamen Plattform werden ein- bis zwei Mal jährlich Erfahrungen und Erkenntnisse ausgetauscht. Zudem begleitet der Bund die Projekte und bietet fachliche Unterstützung an.

Dokumente zur Qualitätssicherung der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich

September 2016

Die "Dokumente zur Qualitätssicherung der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich" ist als Ergänzung zur Studie "Beitrag der Freiwilligenarbeit in Projekten im Bereich der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens" erarbeitet worden. Die Studie hat Interface aus Luzern durchgeführt und sie ist seit April 2016 auf der Website des SEM verfügbar.

Bericht "Beitrag der Freiwilligenarbeit in Projekten im Bereich der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens"

April 2016

Vorliegender Bericht untersucht im Auftrag des Staatssekretariats für Migration (SEM) die Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich. Er macht den Stellenwert der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich sichtbar und liefert Empfehlungen zur Qualitätssicherung für staatliche und private Förderinstitutionen sowie für Träger von Integrationsvorhaben.

Der Schwerpunkt liegt einerseits auf dem Beitrag der Freiwilligenarbeit zur Integrationsförderung und zum interkulturellen Zusammenleben sowie dem damit verbundenen Stellenwert der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich und andererseits auf der Qualitätssicherung in der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich sowie den damit verbundenen Herausforderungen.

Der Bericht kommt zum Schluss, dass Freiwillige einen bedeutenden Beitrag zur Integrationsförderung und zum interkulturellen Zusammenleben leisten. Die befragten Organisationen weisen ein hohes Bewusstsein für den Stellenwert der Freiwilligenarbeit im Integrationsbereich auf und setzen sich mit Qualitätsansprüchen an die Freiwilligenarbeit auseinander.

Weitere Infos

Ausgewählte Studien

    

nach oben Letzte Änderung 13.12.2016