Integrationsförderung in den Regelstrukturen

Integration ist in erster Linie eine Aufgabe der bestehenden Strukturen wie den Schulen, der Berufsbildungsinstitutionen, den Betrieben oder den Institutionen des Gesundheitswesens und findet auf den drei politischen Ebenen, d.h. Bund, Kantone und Gemeinden statt. Um eine kohärente Integrationspolitik zu gewährleisten, kommt der Abstimmung der unterschiedlichen Massnahmen in diesen Bereichen eine wichtige Bedeutung zu. Sondermassnahmen für Ausländerinnen und Ausländer sollen nur der ergänzenden Unterstützung dienen.

Das Gesetz überträgt dem Staatssekretariat für Migration (SEM) einen Koordinationsauftrag (Art. 57 AIG und Art. 8 VIntA). Ziel ist es, die Massnahmen der Bundesstellen zur Integration der Ausländerinnen und Ausländer aufeinander abzustimmen. Im Vordergrund steht dabei eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen der Berufsbildung, der Arbeitslosenversicherung sowie des Gesundheitswesens.

Eine Koordinationsfunktion wird dem SEM auch im Verhältnis zu den Kantonen und Gemeinden übertragen, damit ein verbesserter Meinungs- und Erfahrungsaustausch sichergestellt werden kann. Die Kantone wie eine Vielzahl von Städten und Gemeinden haben zu diesem Zweck eine Ansprechstelle für Integrationsfragen bezeichnet. Am 13. Februar 2003 haben sich diese Stellen zur Schweizerischen Konferenz der kommunalen, regionalen und kantonalen Integrationsdelegierten (KID) zusammengeschlossen. 
  

Interinstitutionelle Zusammenarbeit (IIZ)

Die IIZ ist eine gemeinsame Strategie im Bereich Bildungs- und Arbeitsmarktintegration. Auch die Zugewanderten sollen dadurch erfolgreich und nachhaltig in den Arbeits­markt integriert werden. Erreicht wird dies unter anderem, indem die Massnahmen in den Bereichen Bildung, Arbeits­losen- und Invalidenversicherung, Sozialhilfe und Migra­tion/Integration besser aufeinander abgestimmt werden. Dazu braucht es eine enge Zusammenarbeit der öffentlichen Stellen, die für diese Bereiche zuständig sind, auf allen drei politischen Ebenen. Dafür wurden im November 2010 ein nationales llZ-Steuerungsgremium, ein nationales IIZ-Entwicklungs- und Koordinationsgremium sowie eine IIZ-Fachstelle eingesetzt. Auch in den Kantonen bestehen kantonale IIZ-Strukturen und IIZ-Organisationen.

Mehr Informationen unter www.iiz.ch
    

Die Bedeutung des interkulturellen Dolmetschens in den Institutionen der interinstitutionellen Zusammenarbeit (IIZ): Aktuelle Praxis und Handlungsempfehlungen anhand von 13 Fallbeispielen

Schweizerische Interessengemeinschaft für interkulturelles Dolmetschen und Vermitteln INTERPRET
April 2016

Das Staatssekretariat für Migration SEM als Mitglied der nationalen Gremien der interinstitutionellen Zusammenarbeit IIZ hat der schweizerischen Interessengemeinschaft für interkulturelles Dolmetschen und Vermitteln INTERPRET im Rahmen eines IIZ-Projektes den Auftrag gegeben, die Bedeutung und den Nutzen des interkulturellen Dolmetschens in Institutionen der Bereiche öffentliche Arbeitsvermittlung RAV, öffentliche Berufs-, Studien und Laufbahnberatung, Sozialhilfe sowie Invaliden- und Unfallversicherung zu eruieren. Die nationalen Gremien der interinstitutionellen Zusammenarbeit haben Handlungsbedarf beim Einsatz des interkulturellen Dolmetschens in diesen Bereichen geortet.

Die Auswertung der Fallbeispiele macht deutlich, dass zahlreiche sowohl fachliche als auch wirtschaftliche Argumente für eine gezielte und bedarfsgerechte Zusammenarbeit mit interkulturell Dolmetschenden sprechen. In der Zusammenarbeit mit professionellen interkulturell Dolmetschenden sehen die Fachpersonen grundsätzlich eine Effizienzsteigerung in ihrer Beratungsarbeit.

Die vorliegende Auswertung ist modular aufgebaut. Diese Teile können unabhängig voneinander gelesen und genutzt werden.

Ebenfalls finden Sie einen praxisorientierten Leitfaden zu allfälligen Fragen und Antworten zum Einsatz von interkulturell Dolmetschenden.

Dokumente:

Themenspezifische Berichte (Teil B):

    


Weitere Berichte

Massnahmenpaket Integration des Bundes – Bestandesaufnahme auf Ende 2010

22. Dezember 2010

Der Bundesrat hat am 16. Februar 2011 die dritte Berichterstattung zur Umsetzung des Massnahmenpakets Integration zur Kenntnis genommen. Für die Begleitung des Massnahmenpakets ist die Interdepartementale Arbeitsgruppe Migration (IAM) zuständig. Gemäss Berichterstattung der IAM hat das Massnahmenpaket über die drei Umsetzungsjahre hinweg dazu beigetragen, die Integration als Querschnittaufgabe zu fördern, insbesondere in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen wie Arbeit, Bildung oder Gesundheit. Zurzeit erarbeitet der Bundesrat zuhanden des Parlaments Anpassungen der Integrationsbestrebungen im Ausländergesetz bzw. einen neuen Integrationserlass. Mit dem Ziel, Massnahmen dauerhaft zu verankern, sollen in den Gesetzen der verschiedenen gesellschaftlichen Bereiche integrationsspezifische Bestimmungen aufgenommen werden.


Massnahmenpaket Integration des Bundes – Bestandesaufnahme auf Ende 2009

16. Dezember 2009

Der Bundesrat hat am 27. Januar 2010 die zweite Berichterstattung zur Umsetzung des Massnahmenpakets Integration (siehe Bericht Integrationsmassnahmen 2007) zur Kenntnis genommen. Die Interdepartementale Arbeitsgruppe Migration IAM unter der Federführung des Bundesamts für Migration BFM ist für die Gesamtkoordination der Umsetzung zuständig.
Gemäss Berichterstattung 2009 der IAM steht der grösste Teil der Massnahmen, welche am 22. August 2007 vom Bundesrat verabschiedet wurden, weiterhin planmässig in Umsetzung. Auch haben die Arbeiten der IAM dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Partnern zu vertiefen.
Zurzeit erarbeitet der Bundesrat zuhanden des Parlaments einen Bericht zur Frage der Weiterentwicklung der Integrationspolitik des Bundes in Erfüllung der Motion Schiesser "Integration als gesellschaftliche und staatliche Kernaufgabe" (06.3445) wie der Motion der sozialdemokratischen Fraktion "Aktionsplan Integration" (06.3765). Die Erkenntnisse aus der vorliegenden Berichterstattung der IAM fliessen in diese Arbeiten ein.


Bericht "Umsetzung Massnahmenpaket Integration 2008"

15. Dezember 2008

Der Bericht Integrationsmassnahmen vom 22. August 2007 stellt die Grundlage der Integrationsförderungspolitik des Bundes dar. Die Interdepartementale Arbeitsgruppe Migration IAM – unter der Federführung des Bundesamts für Migration BFM – begleitet die Umsetzung der 45 geplanten Massnahmen laufend. Die erste Berichterstattung der IAM ist vom Bundesrat am 14. Januar 2009 zur Kenntnis genommen worden. Gemäss Bestandesaufnahme der IAM steht der grösste Teil der Massnahmen planmässig in Umsetzung. Die Arbeiten der Umsetzungsorganisation haben dazu beigetragen, die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Partnern zu vertiefen. Das Massnahmenpaket und die Arbeiten der Umsetzungsorganisation werden von den Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft weitgehend als zielführend erachtet. 


Bericht Integrationsmassnahmen 2007: Integrationspolitischer Aktionsplan beschlossen

22. August 2007

Der Bundesrat hat am 30. August 2006 den Integrationsbericht des BFM (Juli 2006) zur Kenntnis genommen und alle zuständigen Bundesstellen beauftragt, in ihren Bereichen mögliche Massnahmen zu entwickeln. Die Koordination dieses Bundesratsauftrags Integrationsmassnahmen lag beim BFM.

Am 22. August 2007 hat der Bundesrat einen integrationspolitischen Aktionsplan in der Form des Berichts Integrationsmassnahmen 2007 verabschiedet. Der Bericht enthält ein Paket von über 40 konkreten Massnahmen, in erster Linie aus den Bereichen Sprache, Bildung und Arbeit sowie im Bereich der Quartierentwicklung.

Zum Bericht und Massnahmenpaket, welches von verschiedenen zuständigen Ämtern und Departementen unter der Federführung des Bundesamts für Migration entwickelt worden ist, gehört auch eine neue Umsetzungs- und Koordinationsorganisation. Zuständig für die Koordination der Integration und die Begleitung der Massnahmen ist die Interdepartementale Arbeitsgruppe für Migrationsfragen IAM unter dem Vorsitz des BFM, in welcher alle betroffenen Bundesstellen vertreten sind.


Integrationsbericht 2006: "Probleme der Integration von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz"

30. August 2006

Der Bericht des Bundesamtes für Migration gibt eine Übersicht zum IST-Zustand der Integration, indem er Fakten und Ursachen der Probleme, die zuständigen Stellen und ihre wichtigsten bestehenden Massnahmen aufzeigt, das Ausmass der Risikogruppen abschätzt sowie den Handlungsbedarf (mögliche Massnahmen) darlegt. Er definiert das Ziel bzw. den SOLL-Zustand der Integration als dann erreicht, wenn zugewanderte Personen gleiche Chancen haben wie Schweizerinnen und Schweizer, welche sich in der gleichen gesellschaftlichen Situation befinden. Der Bericht kommt zur Schlussfolgerung, dass das Zusammenleben im Grossen und Ganzen gut funktioniert und Verbesserungen prioritär in den Bereichen Bildung und Arbeit sowie bei der sozialen Integration und beim Zusammenleben im Wohngebiet anzusetzen haben.

nach oben Letzte Änderung 26.04.2016