Das SEM hilft auch vor Ort

Grosse Bedeutung misst das Staatssekretariat für Migration (SEM) dem Schutz und den Rechten von Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlingen in den Herkunfts- und Transitregionen bei. Deshalb unterstützt das SEM Erstaufnahme- und Transitländer. Dazu gehören etwa die Nachbarstaaten Syriens und Staaten am Horn von Afrika sowie auch die nordafrikanischen Staaten. Ziel ist, die Lebensbedingungen der Migrantinnen und Migranten sowie der Flüchtlinge zu verbessern (Schutz, Registrierung, Versorgung usw.) und die nationalen Asyl- und Migrationssysteme effizienter zu gestalten. Damit soll der Druck verringert werden, eine irreguläre und oft gefährliche Weiterreise nach Europa anzutreten. Nordafrika ist eine wichtige Transitregion der irregulären Migration in Richtung Europa. Nebst Projekten im Bereich Schutz unterstützt das SEM in dieser Region Projekte zur freiwilligen Rückkehr von Migrantinnen und Migranten und zu ihrer Rettung auf hoher See.

Äthiopien

Äthiopien: Projekte des «Norwegian Refugee Council» (NRC)
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Die äthiopische "Out-of-Camp-Policy" ermöglicht eritreischen Flüchtlingen, unter gewissen Bedingungen die Flüchtlingscamps im Norden Äthiopiens zu verlassen und nach Addis Abeba zu ziehen. Das SEM finanziert mit insgesamt 1,05 Millionen Franken ein zweijähriges Projekt des "Norwegian Refugee Council" (NRC). Dieses unterstützt die Umsetzung dieser Politik, indem es den Flüchtlingen hilft, eine langfristige Lebensgrundlage aufzubauen. Als zentrale Anlaufstelle wird ein Ressource Center, das in Addis Abeba gebaut wird, dienen. Dort werden die Flüchtlinge relevante Informationen erhalten und einen Computerraum sowie eine Bibliothek nutzen können. Des Weiteren werden auf dem Grundstück bereits jetzt Ausbildungskurse angeboten. Der NRC diskutiert mit den Flüchtlingen deren Projektvorschläge und gibt finanzielle Starthilfen, damit sie ihre Zukunft aktiv gestalten und verbessern können. Besonders verletzliche Flüchtlinge erhalten Geld zur Deckung ihrer dringendsten Bedürfnisse, wie etwa medizinische Hilfe.

Nordafrika

Nordafrika: Projekt der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zur Unterstützung der freiwilligen Rückkehr aus Libyen
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Projekt der Internationalen Organisation für Migration (IOM) zur Unterstützung der freiwilligen Rückkehr aus Libyen

Das SEM möchte zu einer besseren Steuerung der Migrationsströme beitragen und Schutzmassnahmen für Migrantinnen und Migranten in Libyen umsetzen. Zu diesem Zweck hat das SEM mit potenziellen Projektpartnern versucht, mögliche lokale Projekte zu identifizieren; dies obwohl die Situation in Libyen chaotisch ist und kaum ausländisches Personal ständig vor Ort ist. Das SEM hat während eines Jahres ein Projekt der IOM in Libyen, das die freiwillige Rückkehr der Migrantinnen und Migranten in ihr Herkunftsland (vorwiegend in Subsahara-Afrika) erleichtern soll, mit 1,054 Millionen Dollar unterstützt. Das Projekt sieht eine Unterstützung der Rückkehrorganisation – Beschaffung von Reisedokumenten bei den Botschaften, nötige medizinische Behandlung vor der Abreise, Rückkehrflug direkt oder im Transit über Tunesien, Reisegeld, Familienzusammenführung – für 440 vulnerable und inhaftierte Personen vor. Für 90 besonders verletzliche Personen ist eine begrenzte Reintegrationshilfe (1000 Dollar, Betreuung und Beratung im Herkunftsland) vorgesehen. Nach Einschätzung der IOM halten sich in Libyen mehr als 5000 inhaftierte und vulnerable Migrantinnen und Migranten auf. Die IOM hat über ihr lokales Personal und sechs Partnerorganisationen vor Ort Zugang zu einigen Hafteinrichtungen und wird regelmässig um die Rückkehrorganisation ersucht, unter anderem von den Botschaften der Länder in Subsahara-Afrika. Dank der Zusammenarbeit mit dem "Department for Combatting Illegal Migration" (DCIM, Innenministerium) kann die IOM vulnerable Personen in diesen Hafteinrichtungen besuchen. Das Projekt ist Ende August 2016 ausgelaufen.

Türkei

Türkei: Projekt des UNHCR zur Unterstützung der türkischen Behörden bei der Registrierung von syrischen Flüchtlingen
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Projekt des UNHCR zur Unterstützung der türkischen Behörden bei der Registrierung von syrischen Flüchtlingen

In der Türkei leben mehr als 2,7 Millionen syrische Flüchtlinge, die sich mehrheitlich ausserhalb der staatlichen Lager aufhalten. Seit 2013 unterstützt die Schweiz das UNHCR-Projekt "Protection of and Assistance to Non-Camp Refugees in Turkey". Dieses Projekt soll in erster Linie die Kapazitäten der zuständigen türkischen Behörden (das "Directorate General for Migration Management") bei der Registrierung der syrischen Flüchtlinge verbessern. Gleichzeitig sollen syrische Flüchtlinge, die nicht in den von der Türkei errichteten Lagern leben, direkt unterstützt werden. Die rasche und effiziente Registrierung der Flüchtlinge ermöglicht diesen den Zugang zu staatlichen Leistungen insbesondere im Gesundheits- und Bildungsbereich. Das Projekt, das 2013 ins Leben gerufen wurde, hat sich gemäss den Bedürfnissen der Behörden entwickelt. So wurde in der ersten Projektphase (2013–2014) den türkischen Behörden ein mobiles Registrierungszentrum bereitgestellt, um die Registrierung der Flüchtlinge in qualitativer und zeitlicher Hinsicht zu verbessern. In der zweiten Phase (2014–2015) hat das UNHCR die Behörden bei der Einführung des Systems GOC NET unterstützt. In dieser Datenbank werden die in der Türkei registrierten Flüchtlinge erfasst. In Rahmen der dritten Phase, die bis April 2017 läuft, sollen die Registrierungskapazitäten der türkischen Behörden weiter gestärkt werden. Dies erfolgt einerseits über Schulungen durch das UNHCR und andererseits, indem Dolmetscherinnen und Dolmetscher sowie digitale Scanner zur Verfügung gestellt werden. Für Phase III ist ein Budget von 1,4 Millionen Franken vorgesehen.
    

nach oben Letzte Änderung 19.09.2016