Ordentliche Einbürgerung


Gesuche ab 1.1.2018

Wer seit zehn Jahren in der Schweiz wohnhaft ist und über eine Niederlassungsbewilligung (Bewilligung C) verfügt, kann bei der Wohngemeinde oder dem Wohnkanton ein Gesuch um Erteilung der ordentlichen Einbürgerung stellen. Die zwischen dem vollendeten 8. und 18. Lebensjahr in unserem Land verbrachten Jahre zählen doppelt, der tatsächliche Aufenthalt in der Schweiz muss in diesem Fall jedoch mindestens sechs Jahre betragen. An die Aufenthaltsdauer angerechnet werden die Aufenthalte

  • mit einem Ausweis B oder C;
  • mit einer vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ausgestellten Legitimationskarte bzw. mit einem Ausweis Ci;
  • mit einem Ausweis F; diese Aufenthaltsdauer wird allerdings nur zur Hälfte angerechnet.

Die kantonale Gesetzgebung sieht eine zusätzliche Mindestaufenthaltsdauer zwischen zwei und fünf Jahren in der Gemeinde und im Kanton vor.

Das Verfahren im Kanton und in der Gemeinde wird durch das kantonale Recht geregelt.

Die im Kanton zuständige Behörde prüft, ob die gesuchstellende Person die formellen Voraussetzungen erfüllt, erfolgreich integriert und mit den schweizerischen Lebensverhältnissen vertraut ist. Sie erstellt hierzu einen Erhebungsbericht.

Können der Kanton und, falls das kantonale Recht dies vorsieht, die Gemeinde die Einbürgerung zusichern, leiten sie das Einbürgerungsgesuch nach Abschluss der kantonalen Prüfung zusammen mit dem Erhebungsbericht an das Staatssekretariat für Migration (SEM) weiter.

Die Erteilung der Einbürgerungsbewilligung des Bundes erfordert, dass die gesuchstellende Person

  • erfolgreich integriert ist;
  • mit den schweizerischen Lebensverhältnissen vertraut ist; und
  • keine Gefährdung der inneren oder äusseren Sicherheit der Schweiz darstellt.

Sind alle formellen und materiellen Voraussetzungen erfüllt, so erteilt das SEM die Einbürgerungsbewilligung des Bundes und stellt diese der kantonalen Einbürgerungsbehörde zum Entscheid über die Einbürgerung zu.

Die zuständige kantonale Behörde trifft den Einbürgerungsentscheid innert einem Jahr nach Erteilung der Einbürgerungsbewilligung des Bundes. Nach Ablauf dieser Frist verliert die Einbürgerungsbewilligung des Bundes ihre Gültigkeit.

Sie lehnt die Einbürgerung ab, wenn ihr nach Erteilung der Einbürgerungsbewilligung des Bundes Tatsachen bekannt werden, aufgrund welcher die Einbürgerung nicht zugesichert worden wäre.

Mit Eintritt der Rechtskraft des kantonalen Einbürgerungsentscheids wird das Gemeinde- und Kantonsbürgerrecht sowie das Schweizer Bürgerrecht erworben.


Gesuche bis 31.12.2017

Wer seit zwölf Jahren in der Schweiz wohnhaft ist – die zwischen dem vollendeten 10. und 20. Lebensjahr in unserem Land verbrachten Jahre zählen dabei doppelt – kann ein Gesuch um Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung stellen. Der Bund klärt bei Gesuchen um ordentliche Einbürgerung im Normalfall nur noch ab, ob auf Bundesebene Informationen vorliegen, welche die Einbürgerung ausschliessen (Abklärung über die Beachtung der Rechtsordnung und das Nichtvorliegen eines Sicherheitsrisikos). Die Überprüfung der übrigen Einbürgerungsvoraussetzungen (Erfüllen der Wohnsitzvoraussetzung; Integration; Vertrautsein mit den schweizerischen Verhältnissen; Erfüllung der Verpflichtungen im Bereich von Betreibung und Konkurs sowie der Steuerpflicht) wird weitgehend den Kantonen und Gemeinden überlassen (siehe Bericht des Staatssekretariats für Migration über hängige Fragen des Bürgerrechts vom 20. Dezember 2005). Der Bund stützt sich dabei insbesondere auf kantonale und kommunale Erhebungsberichte. Sind die bundesrechtlichen Voraussetzungen erfüllt, besteht ein Anspruch auf Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung durch das Staatssekretariat für Migration.

Das Einbürgerungsverfahren ist dreistufig. Die eidgenössische Einbürgerungsbewilligung stellt demnach nur das "grüne Licht" für den Erwerb des Schweizer Bürgerrechts durch den Bund dar. Die Gemeinden und Kantone kennen hingegen noch zusätzliche, eigene Wohnsitz- und Eignungsvoraussetzungen, die eine Bewerberin oder ein Bewerber erfüllen muss. Das Schweizer Bürgerrecht erwirbt erst, wer nach Erteilung der eidgenössischen Einbürgerungsbewilligung auch das Bürgerrecht der Gemeinde und des Kantons erhalten hat. Ein rechtlich geschützter Anspruch auf die Einbürgerung in der Gemeinde und im Kanton besteht im Regelfall nicht.

GesuchstellerInnen sind Personen, welche seit zwölf Jahren in der Schweiz wohnen
Einreichung des Gesuches

je nach Kanton bei:

Kompetenz für den Entscheid
  • Bund
  • Kanton
  • Gemeinde
Beschwerderecht i.d.R. nein
Voraussetzungen Stufe Bund
  • 12 Jahre Wohnsitz
  • Eingliederung
  • Vertrautsein
  • Achtung der Rechtsordnung
  • keine Gefährdung der inneren und äusseren Sicherheit
Voraussetzungen Stufe Kanton
Voraussetzungen Stufe Gemeinde
  • Wohnsitzvoraussetzungen
  • eigene kommunale Eignungsvoraussetzungen

 

nach oben Letzte Änderung 01.01.2018