EU/EFTA-Bürgerinnen und -Bürger: Leben und Arbeiten in der Schweiz

EU/EFTA
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Sie planen, in der Schweiz zu arbeiten, zu Ihrem Ehegatten oder Ihrer Familie zu ziehen oder möchten an einer Schweizer Universität studieren?

Welche Voraussetzungen für einen Aufenthalt erfüllt sein müssen, richtet sich sowohl nach der Staatsangehörigkeit als auch nach dem Grund des Aufenthalts.

Seit dem 1. Juni 2016 gelten für alle Bürgerinnen und Bürger der EU-27/EFTA-Staaten, das heisst für die EU-25/EFTA (EU-17/EFTA und die EU-8) sowie die Staatsangehörigen der EU-2 (Bulgarien und Rumänien), die gleichen Bedingungen.

In Bezug auf erwerbstätige Staatsangehörige von Bulgarien und Rumänien hat der Bundesrat per 1. Juni 2017 die Ventilklausel angerufen. Dies führt dazu, dass die Kontingentierung der Aufenthaltsbewilligungen B EU/EFTA für Staatsangehörige der EU-2 während einem Jahr wieder eingeführt wird. Betroffen davon sind Staatsangehörige der EU-2, die in der Schweiz mit einem überjährigen oder unbefristeten Arbeitsvertrag eine Stelle antreten möchten sowie selbständig Erwerbende.

Der Bundesrat hat am 18. April 2018 beschlossen, die Ventilklausel gegenüber Staatsangehörigen der EU-2 um ein Jahr bis am 31. Mai 2019 zu verlängern. Da der im FZA vorgesehene Schwellenwert bis am 31. Mai 2018 nicht erreicht wurde, können für Kurzaufenthaltsbewilligungen (Ausweis L EU/EFTA) keine Höchstzahlen eingeführt werden.

Ab dem 1. Juni 2019 enden die Übergangsfristen für Rumänien und Bulgarien und es gilt definitiv die volle Personenfreizügigkeit.

Kroatische Staatsangehörige profitieren seit dem 1. Januar 2017 ebenfalls vom FZA. Für sie gelten jedoch Übergangsbestimmungen.

Sie finden die für Sie wichtigen Dokumente in der unten aufgeführten Tabelle (nach Staatsangehörigkeit).

EU-28/EFTA

Länder der EU-28/EFTA

Belgien   Irland   Malta   Schweden  
Bulgarien   Island   Niederlande   Slowakei  
Dänemark   Italien   Norwegen    Slowenien  
Deutschland   Kroatien   Österreich   Spanien  
Estland   Lettland   Polen   Ungarn  
Finnland   Liechtenstein   Portugal   Vereinigtes Königreich  
Frankreich   Litauen   Republik Tschechien   Zypern  
Griechenland   Luxemburg   Rumänien    

Dokumentation

EU-27/EFTA

Länder der EU-27/EFTA

Belgien   Irland   Niederlande   Slowakei  
Bulgarien   Island   Norwegen   Slowenien  
Dänemark   Italien   Österreich   Spanien  
Deutschland   Lettland   Polen   Ungarn  
Estland   Liechtenstein   Portugal   Vereinigtes Königreich  
Finnland   Litauen   Republik Tschechien   Zypern  
Frankreich   Luxemburg   Rumänien    
Griechenland   Malta   Schweden    

Dokumentation

EU-17/EFTA

Für Bürgerinnen und Bürger der EU-17/EFTA gilt seit dem 1. Juni 2007 die volle Personenfreizügigkeit.

Länder der EU-17/EFTA

Belgien   Griechenland   Luxemburg   Portugal  
Dänemark   Irland   Malta   Schweden  
Deutschland   Island   Niederlande   Spanien  
Finnland   Italien   Norwegen   Vereinigtes Königreich  
Frankreich   Liechtenstein   Österreich   Zypern  

Dokumentation

EU-8

Seit dem 1. Mai 2011 gilt für die EU-8 die volle Personenfreizügigkeit.

Länder der EU-8

Estland   Litauen   Republik Tschechien   Slowenien  
Lettland   Polen   Slowakei   Ungarn  

Dokumentation

Bulgarien/Rumänien (EU-2)

Bulgarien und Rumänien (EU-2)

Der Bundesrat hat am 18. April 2018 beschlossen, die im Freizügigkeitsabkommen vorgesehene Ventilklausel gegenüber Staatsangehörigen aus Bulgarien und Rumänien in Bezug auf die überjährigen Bewilligungen B-EU/EFTA (Aufenthaltsbewilligungen von fünf Jahren Dauer) um ein Jahr zu verlängern. Mit dieser Massnahme, die bereits seit 1. Juni 2017 in Kraft ist, kann die Zahl der Bewilligungen für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beschränkt werden. Zwischen dem 1. Juni 2018 und dem 31. Mai 2019 werden wie im vergangenen Jahr 996 Aufenthaltsbewilligungen B zur Verfügung stehen.

Davon betroffen sind erwerbstätige EU-2 Staatsangehörige die mit überjährigem oder unbefristetem Arbeitsvertrag in der Schweiz eine Stelle antreten wollen. Dasselbe gilt für selbständig Erwerbende, die sich in der Schweiz niederlassen möchten.

Der Bundesrat hat zudem entschieden erneut Höchstzahlen für Kurzaufenthaltsbewilligungen (Ausweis L) einzuführen, falls der im FZA vorgesehene Schwellenwert bis zum 31. Mai 2018 erreicht wird. Da der im FZA vorgesehene Schwellenwert bis am 31. Mai 2018 nicht erreicht wurde, werden für Kurzaufenthaltsbewilligungen (Ausweis L) keine Höchstzahlen eingeführt.

Ab dem 1. Juni 2019 enden die Übergangsfristen für Rumänien und Bulgarien und es gilt definitiv die volle Personenfreizügigkeit.

Weitere Informationen dazu finden Sie im Rundschreiben vom 16. Mai 2018 sowie in den Weisungen zur Verordnung über die Einführung des freien Personenverkehrs (VEP).

Für die Erbringung von Dienstleistungen gelten für alle EU-27/EFTA-Staatsangehörigen seit dem 1. Juni 2016 die gleichen Bestimmungen. Weitere Informationen dazu finden Sie hier: Meldeverfahren  

Für selbstständigerwerbende EU-2-Staatsangehörige in der Schweiz gelten bereits seit dem 1. Juni 2011 die gleichen Voraussetzungen wie für EU-25/EFTA-Bürgerinnen und Bürger. Gesuchsteller müssen den kantonalen Behörden bestätigen können, dass sie in der Schweiz effektiv eine selbstständige Erwerbstätigkeit ausführen werden (Startkapital, evtl. Handelsregistereintrag usw. etc.). Die selbstständige Erwerbstätigkeit darf erst nach erfolgreicher Gesuchsprüfung (Bewilligungserteilung) aufgenommen werden.

Beim Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit (Rentnerinnen und Rentner, Studierende usw.) und beim Familiennachzug gelten seit 2009 für Bürgerinnen und Bürger aller EU-27/EFTA-Staaten die gleichen Bedingungen.

Kroatien

Kroatien

Am 1. Juli 2013 ist Kroatien der Europäischen Union (EU) beigetreten. Bei jeder Erweiterung der EU muss das Freizügigkeitsabkommen (FZA) zuerst angepasst werden (zusätzliches Protokoll). Die Erweiterung des FZA auf Kroatien wurde im Protokoll III ausgehandelt. Dieses sieht nach einem 10-jährigen Übergangsregime die volle Freizügigkeit mit Kroatien vor.

Am 17. Juni 2016 hat das Schweizer Parlament das Protokoll III genehmigt und den Bundesrat ermächtigt, dieses zu ratifizieren, wenn mit der EU eine mit der schweizerischen Rechtsordnung vereinbare Regelung zur Steuerung der Zuwanderung besteht. Mit der am 16. Dezember 2016 vom Parlament beschlossenen Umsetzung von 121a BV war die Bedingung für die Ratifizierung von Protokoll III erfüllt. Die am 16. Dezember 2016 erfolgte Ratifizierung des Protokolls III hat zur Folge, dass das Abkommen auf Kroatien ausgedehnt wurde.

Das Protokoll III trat am 1. Januar 2017 in Kraft. Seither gelten gegenüber kroatischen Staatsangehörigen besondere Übergangsbestimmungen mit arbeitsmarktrechtlichen Beschränkungen (Inländervorrang und Kontrolle der Lohn- und Arbeitsbedingungen) und Höchstzahlen.  

Weitere Informationen zu den Zulassungsbestimmungen für kroatische Staatsangehörige entnehmen Sie dem Factsheet "Kroatien".

Bewilligungen

Zuständig für das Ausstellen der Bewilligungen sind die Kantone. Für Fragen zu den genauen Formalitäten der Bewilligungserteilung (wo genau beantragen, welches Formular ausfüllen, wie lange dauert es etc.) wenden Sie sich bitte an die zuständigen kantonalen Behörden. Die entsprechenden Adressen finden Sie hier:

nach oben Letzte Änderung 07.12.2018