Studie zur marokkanischen, algerischen und tunesischen Migrationsbevölkerung

Schlagwörter: Zuwanderung | Integration

Medienmitteilungen, SEM, 01.07.2014

Bern. Das Bundesamt für Migration (BFM) veröffentlicht heute eine Studie über die in der Schweiz lebenden Migrantinnen und Migranten aus Marokko, Algerien und Tunesien. Die Studie wurde vom Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) im Auftrag des BFM durchgeführt. Sie gibt einen Überblick über die Migrationsgeschichte, die sozioökonomische und kulturelle Situation sowie über die vielschichtigen und vielfältigen Beziehungen der Migrantinnen und Migranten zu ihrem Herkunftsland.

Rund ein Prozent der ausländischen Wohnbevölkerung in der Schweiz stammt aus Marokko, Tunesien und Algerien. Diese 18 000 Personen stehen im Zentrum der heute veröffentlichten Studie "Die marokkanische, die tunesische und die algerische Bevölkerung in der Schweiz". Die Publikation ermöglicht einen Einblick in die Lebensbedingungen der drei Migrationsgemeinschaften und zeigt ihre vielfältige Zusammensetzung auf.

Vielschichtige Beziehungen zum Herkunftsland

Der Arabische Frühling, der Ende 2010 seinen Anfang nahm, hat innerhalb der marokkanischen, algerischen und tunesischen Gemeinschaften in der Schweiz eine neue Dynamik geschaffen, insbesondere was die Beziehung zu den Herkunftsländern betrifft. Die drei Einwanderungsgruppen neigen dazu, sich dauerhaft in der Schweiz niederzulassen, pflegen aber dennoch einen engen Kontakt zu ihren Familien in Tunesien, Marokko und Algerien. Auch wenn die Teilnahme der Migrantinnen und Migranten an gemeinschaftlichen Entwicklungsprojekten in ihren Herkunftsländern noch bescheiden ist, bringen sie ihr Wissen und ihre Erfahrung zunehmend in ihrer Heimat ein; beispielsweise im Gesundheitsbereich, durch die Bereitstellung von Medikamenten oder Rollstühlen, aber auch in der Bildung, wenn Akademikerinnen und Akademiker in ihrem Heimatland Kurse an den Universitäten anbieten.

Angesichts des demografischen Wandels in den drei untersuchten Maghreb-Ländern und der Schwierigkeiten, die neu in einen gesättigten Arbeitsmarkt drängenden Menschen zu absorbieren, wird die Migration aus diesen Ländern nach Europa in den nächsten Jahren hoch bleiben. Für die Schweiz ist es deshalb wichtig, den Dialog und die Zusammenarbeit – insbesondere in Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung und eine nachhaltige Zusammenarbeit im Migrationsbereich – mit den nordafrikanischen Partnerstaaten fortzuführen. In diesem Sinne entstand auch die vorliegende Studie, die den Wissensstand zu den drei Migrationsgemeinschaften erhöhen und das gegenseitige Verständnis fördern soll.

Die Studie gehört inhaltlich in die Reihe der bisherigen Diasporastudien des BFM (Sri Lanka, Kosovo, Portugal, Türkei, Eritrea/Somalia) und stützt sich auf die wissenschaftliche Literatur, offizielle Statistiken und Gespräche mit Beobachtern innerhalb und ausserhalb der drei Gemeinschaften. Sie richtet sich insbesondere an Personen, die in ihrem beruflichen, privaten oder soziokulturellen Umfeld mit Menschen aus Marokko, Algerien oder Tunesien in Kontakt sind.

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