Temporäres Bundesasylzentrum auf dem Waffenplatz Thun

Schlagwörter: Asylunterkunft

Medienmitteilungen, SEM, 30.11.2015

Bern. Der Bund schafft schrittweise bis zu 600 weitere Plätze zur Unterbringung von Asylsuchenden. Das Staatssekretariat für Migration (SEM), das Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS), der Kanton Bern und die Gemeinde Thun haben sich darauf geeinigt, zwei Hallen auf dem Waffenplatz Thun ab dem 18. Dezember 2015 bis Ende Mai 2016 für diesen Zweck zu nutzen. Im temporären Bundesasylzentrum Thun werden zudem Arbeitsplätze zur Behandlung von Asylgesuchen eingerichtet.

In den letzten Monaten registrierte das Staatssekretariat für Migration (SEM) ansteigende, hohe Asylgesuchszahlen. Die Unterbringungskapazitäten des Bundes sowie die Kapazitäten zur Verarbeitung der Asylgesuche in den Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) sind deshalb ausgelastet oder teils überlastet.

Um die geregelte Erstaufnahme und Registrierung von Asylsuchenden sowie die rasche Bearbeitung der Gesuche sicherzustellen, steigerte das SEM bereits seit dem Frühling 2015 in enger Kooperation mit Kantonen und Gemeinden die Unterbringungskapazität des Bundes auf gut 4300 Plätze. Zudem erhöhte das SEM mit organisatorischen Massnahmen die Verarbeitungskapazität in den EVZ.

Im Einvernehmen mit dem Kanton Bern und der Stadt Thun wird der Bund nun zwei Hallen auf dem Waffenplatz Thun vorübergehend als Verfahrenszentrum nutzen. Die erste Halle (Halle A) mit 300 Unterbringungsplätzen soll am 18. Dezember in Betrieb genommen werden, bei Bedarf kann zu einem späteren Zeitpunkt die zweite Halle (Halle B) mit weiteren 300 Plätzen genutzt werden. Damit würde die Unterbringungskapazität des Bundes auf rund 4900 Plätze steigen.

Die üblicherweise in den beiden Hallen geparkten Fahrzeuge werden umdisponiert. Zudem werden die Hallen baulich vom restlichen Areal abgetrennt, um die Sicherheit auf dem Waffenplatz zu gewährleisten. Für die Betreuung und die Sicherheit im temporären Verfahrenszentrum ist das SEM verantwortlich. Es beauftragt damit die privaten Leistungserbinger ORS AG und Securitas AG.

Der Zugang zum Bereich des Bundesasylzentrums erfolgt direkt von der öffentlichen Strasse her, Unterkünfte der Soldaten und weitere Infrastrukturen des Waffenplatzes Thun werden nicht beansprucht. Dagegen richtet das SEM 30 Arbeitsplätze ein, so dass Asylsuchende registriert und befragt sowie Asylentscheide gefällt werden können. Bund und Kantone stimmen darin überein, dass der Bund, seine Behandlungsstrategie konsequent weiterführt und schwach begründete Asylgesuche sowie solche, für deren Behandlung ein anderer Dublin-Staat zuständig ist, vorrangig erledigt – wenn immer möglich innerhalb der Bundesstrukturen.

Die in Betrieb genommenen Plätze werden dem Kontingent des Kantons Bern bei der Verteilung von Asylsuchenden ab den Empfangs- und Verfahrenszentren EVZ angerechnet. Das temporäre Verfahrenszentrum wird am 31. Mai 2016 wieder geschlossen, so dass das Berner Kantonalturnfest, wie geplant, im Juni 2016 stattfinden kann.

Für die Einwohnerinnen und Einwohner von Thun findet am 9. Dezember um 19 Uhr 30 eine Informationsveranstaltung mit Vertretern des Bundes, des Kantons und der Stadt Thun auf dem Waffenplatz Thun statt.

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Kanton Bern:
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Leiterin Migrationsdienst des Kantons Bern MIDI
T  +41 31 636 08 39
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Stadt Thun:
Gemeinderat Peter Siegenthaler
Vorsteher der Direktion Sicherheit und Soziales
T  +41 79 208 27 93