Forschung und Evaluation

Ist der Kreis 5 in Zürich ein Ghetto? Werden alle Mädchen aus Sri Lanka zwangsverheiratet? Erhalten Asylbewerber eine Luxuskrankenversicherung?

Solche und ähnliche Äusserungen zeigen wie hoch emotional das Thema Migration ist.

Daher ist es wichtig, dass das Staatssekretariat für Migration (SEM) sich zur Erfüllung seines gesetzlichen Auftrags auf wissenschaftlich fundierte Fakten und Erkenntnisse stützt. Das SEM gibt deshalb bei namhaften Institutionen im In- und Ausland Studien in Auftrag, deren Resultate bei der Weiterentwicklung und Umsetzung einer aktuellen und zeitgemässen Migrations- und Integrationspolitik dienen.

Im Folgenden sind Forschungs- und Evaluationsprojekte, welche das SEM in Auftrag gegeben oder mitfinanziert hat, aufgelistet:

  
Abgeschlossene Projekte


Studie über die in der Schweiz lebenden jungen Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation

Prof. Dr. Philippe Wanner, Universität Genf
Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (Universität Neuchâtel)
Oktober 2016 – Mai 2017

Die erleichterte Einbürgerung für junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation ist am 12. Februar 2017 an der Urne angenommen worden. Diese jungen Ausländerinnen und Ausländer, deren Familien seit Generationen in der Schweiz leben und die hier gut integriert sind, sollen sich leichter einbürgern lassen können.

In der Schweiz leben heute 24 650 junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation zwischen 9 und 25 Jahren, welche die Kriterien gemäss der vom Parlament festgelegten Gesetzesbestimmung erfüllen. Zu diesem Resultat kommt eine neue Studie von Professor Philippe Wanner von der Universität Genf, die im Auftrag des Staatssekretariats für Migration erstellt wurde. Gemäss der Untersuchung werden in den nächsten zehn Jahren durchschnittlich pro Jahr 2300 junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation die Altersgrenze von neun Jahren erreichen. Gleichzeitig werden jedes Jahr eine gewisse Anzahl Personen die obere Altersgrenze von 25 Jahren überschreiten ohne von der Möglichkeit Gebrauch gemacht zu haben, sich erleichtert einbürgern zu lassen. Die Studie basiert auf Bevölkerungsstatistiken des Bundesamts für Statistik (BFS) und auf Daten der Einwohnerregister.

Das Staatssekretariat für Migration hat das Schweizerische Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) mit der Erstellung einer qualitativen Studie über die jungen Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation und die Einbürgerung betraut. Ziel der Studie ist es, zu verstehen, aus welchen Gründen sich diese jungen Menschen noch nicht haben einbürgern lassen und wie sie der erleichterten Einbürgerung gegenüberstehen. Aus der explorativen Analyse gehen drei unterschiedliche Haltungen gegenüber der Einbürgerung hervor: Einige Befragte schliessen die Einbürgerung ganz aus, andere wollen sich einbürgern lassen, schieben ihr Vorhaben jedoch noch auf, und die dritte Gruppe möchte sich einbürgern lassen, stösst dabei jedoch auf Hindernisse.


Sans-Papiers in der Schweiz: Studie 2015

B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung AG, Basel
Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (Universität Neuchâtel)
Universität Genf
Oktober 2014 – Dezember 2015

Die Zahl der Sans-Papiers in der Schweiz wurde letztmals im Jahr 2005 im Auftrag des Bundes geschätzt. Zehn Jahre nach der letzten Studie hat B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung in Kooperation mit dem Schweizerischen Forum für Migration und Bevölkerungsstudien (SFM) und der Universität Genf im Auftrag des SEM die Situation der Sans-Papiers erneut untersucht.

Die neue Studie kommt zum Schluss, dass in der Schweiz rund 76 000 Sans-Papiers aus Ländern ausserhalb der EU/EFTA leben – 2005 wurde noch von 90 000 Personen ohne Aufenthaltserlaubnis ausgegangen. Knapp zwei Drittel der Sans-Papiers kamen ohne gültige Reisedokumente oder als Touristen in die Schweiz. Je etwa ein Fünftel reiste nach Ablauf einer B- bzw. C-Bewilligung oder nach einem negativen Asylentscheid nicht ordnungsgemäss aus. Die Studie zeigt weiter auf, dass Personen aus Zentral- und Südamerika die grösste Gruppe der Sans-Papiers ausmachen, gefolgt von Personen aus Osteuropa.


Evaluation: Testphasen zu den Beschleunigungsmassnahmen im Asylbereich ("Testbetrieb")

McKinsey&Company, Zürich
Egger, Dreher & Partner AG, Bern
Interface Politikstudien Forschung Beratung, Luzern
Schweizerisches Kompetenzzentrum für Menschenrechte SKMR, Universität Bern
Dezember 2013 – Februar 2016

In seiner Botschaft zur Neustrukturierung des Asylbereichs vom 3. September 2014 schlägt der Bundesrat eine Reihe von Massnahmen vor, um Asylverfahren bei Gewährleistung von Rechtsstaatlichkeit und Fairness zu beschleunigen und damit mittelfristig Kosten einzusparen. Die Wirksamkeit der neuen, getakteten Asylverfahren wird in einer Testphase geprüft. Dazu hat das SEM an der Förrlibuckstrasse in Zürich ein neues Verfahrenszentrum eröffnet. Der sogenannte Testbetrieb wurde am 6. Januar 2014 gestartet und wird längstens bis zum 28. September 2019 dauern.

Die Testphasenverordnung vom 4. September 2013 sieht vor, dass das SEM zuhanden des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD) eine Evaluation des Testbetriebs durchführt. Der Testbetrieb wurde in diesem Rahmen von vier externen Auftragnehmern des SEM evaluiert. Die externe Evaluation kommt zum Schluss, dass der Testbetrieb planmässig funktioniert und dass sich das Betriebsmodell für eine schweizweite Umsetzung eignet.


Auswirkungen der Eurokrise auf die Zuwanderung aus der EU in die Schweiz

Büro für Arbeits- und Sozialpolitische Studien BASS AG, Bern
Oktober 2013 – November 2015

Den Auftrag für diese Studie erteilte der Bundesrat dem damaligen Bundesamt für Migration (BFM, heute Staatssekretariat für Migration SEM) im Rahmen des Entscheids über die Anrufung und Weiterführung der Ventilklausel vom 24. April 2013. Das Ziel war, mehr darüber zu erfahren, wieweit in den letzten Jahren vermehrt Personen aus dem EU/EFTA-Raum in die Schweiz krisenbedingt zugewandert sind, also weil sie in ihrem Herkunftsland aufgrund der Eurokrise ihre Existenz bzw. die Existenz ihrer Familien nicht mehr sichern konnten oder weil sie einen deutlichen Verlust ihres Lebensstandards hinnehmen mussten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es das Phänomen krisenbedingter Zuwanderung aus den Ländern der EU-17/EFTA gab, dieses sich aber weitgehend auf von der Eurokrise hauptbetroffene Länder beschränkte, die bereits davor Zuwanderungsländer waren (Portugal, Spanien, Italien). Es handelt sich jeweils um wenige tausend Menschen, was den beschränkten Einfluss auf die Neuzuzüge in die Schweiz aufzeigt.


Evaluation: Aussengrenzenfonds 2011-2013

International Centre for Migration Policy Development ICMPD
März 2015 – November 2015

Der Aussengrenzenfonds (AGF) ist einer der vier Fonds, die die Europäische Union unter dem Generellen Programm "Solidarität und Steuerung der Migrationsströme" für den Zeitraum 2007 bis 2013 mit einem Gesamtvolumen von EUR 1820 Mio eingerichtet hat. Der AGF hatte die finanzielle Solidarität im Schengen-Raum zum Ziel. Er sollte insbesondere jene Staaten unterstützen, welche bei der Umsetzung gemeinsamer Regeln zur Kontrolle und Überwachung der Schengen-Aussengrenzen sowie der Umsetzung der gemeinsamen Visumspolitik aufgrund ihrer geographischen Lage auf Dauer hohe Kosten tragen.

Die Schweiz hat sich im Rahmen der Schengen-Assoziierung seit dem Jahresprogramm 2010 (rückwirkend, ab 2009) am AGF beteiligt. Sie führte mit Unterstützung des AGF insgesamt neun Massnahmen durch, die von verschiedenen Bundesämtern oder Kantonen umgesetzt wurden. Da die Schweiz lediglich an den Flughäfen sowie den konsularischen Vertretungen in Drittstaaten Aufgaben des Aussengrenzschutzes zu erfüllen hat, erstreckten sich die Projekte der Schweiz im Rahmen des AGF insbesondere auf die Bereiche Grenzmanagement und Visapolitik.

Im Rahmen der Evaluation wurde die Programmumsetzung durch die Schweiz im Zeitraum 2011-2013 bewertet. Das zentrale politische/strategische Ziel der Schweiz bei der Umsetzung des AGF – die mit dem Schengen-Besitzstand verbundenen Verpflichtungen zu erfüllen und eine sinnvolle Verwendung der für die Schweiz bereitgestellten Zuweisungen an EU-Mitteln sicherzustellen – wurde erreicht. Insgesamt kann die Umsetzung der AGF-Massnahmen als sehr effektiv beurteilt werden. Der bedeutsamste Mehrwert der Teilnahme am AGF ist, dass die Schweiz Solidarität mit anderen Staaten demonstrierte und zum Lastenausgleich im Bereich des Schutzes der Aussengrenzen beitrug.


Evaluation: Schweizerische Migrationspartnerschaften

Maastricht Graduate School of Governance (MGSoG)
Mai 2014 – Februar 2015

Die Schweizer Migrationspartnerschaften sind ein Instrument der bilateralen Zusammenarbeit im Migrationsbereich zwischen der Schweiz und ihren Partnerstaaten. Das Instrument wurde im Rahmen einer umfassenderen Reform der Arbeit in Migrationsfragen hin zur interdepartementalen Zusammenarbeit ("whole of government approach") entwickelt. Die Migrationspartnerschaften bestehen aus einer Reihe flexibler und individuell anpassbarer Initiativen, die es erlauben den Interessen der Schweiz sowie der Partnerstaaten Rechnung zu tragen. Die Partnerschaften sind langfristig ausgerichtet und haben keinen festgelegten Endzeitpunkt, da sie so lange bestehen sollten, wie sie den beteiligten Staaten Vorteile bringen. Bisher wurden Migrationspartnerschaften zwischen der Schweiz und Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Serbien, Nigeria und Tunesien abgeschlossen. Die hier vorliegende Evaluation, die als Antwort auf einen parlamentarischen Vorstoss (Postulat 12.3858 Amarelle) durchgeführt wurde, bietet fünf Jahre nach dem Abschluss der ersten Partnerschaft eine zeitgemäße Möglichkeit das Instrument der Migrationspartnerschaft auf Erfolge sowie Verbesserungspotenziale hin zu untersuchen.


Geschichte der Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE)

Institut de Hautes Études Internationales et du Développement (IHEID), Genève
März 2014 – Dezember 2014

Diese Studie untersucht die Geschichte der "Liberation Tigers of Tamil Eelam" (LTTE, auch bekannt als Tamil Tigers) von ihrer Gründung 1976 bis zum Untergang 2009. Dabei werden sowohl politische als auch militärische Aspekte des sri-lankischen Bürgerkriegs beleuchtet.


Politgeografische Studie zur Masseneinwanderungsinitiative vom 9. Februar 2014

Forschungsstelle sotomo am Geographischen Institut UZH, Zürich
April 2014 – Dezember 2014

Die Initiative "Gegen Masseneinwanderung" wurde am 9. Februar 2014 von 50,3 Prozent der Stimmenden und 14,5 Ständen angenommen. Im Anschluss daran beauftragte der Bundesrat das EJPD mit einer vertieften Abstimmungsanalyse. Dafür wurde die Forschungsstelle Sotomo mit einer Studie betraut.

Die Studie stützt die Erkenntnisse der unmittelbar nach der Abstimmung durchgeführten VOX-Analyse, wonach der Stimmentscheid stark vom Links-Rechts-Gegensatz geprägt war: Die Grundhaltung der Stimmberechtigten sei ausschlaggebend gewesen für deren Entscheidung am 9. Februar, bilanziert die Untersuchung.


Szenarien zu einer Beschränkung der Zuwanderung

B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung, Basel
Juni 2014

Am 9. Februar 2014 hat eine Mehrheit des Schweizervolkes der Masseneinwanderungsinitiative zugestimmt. Laut dem neuen Art. 121a "Steuerung der Zuwanderung" der Verfassung gilt: "Die Zahl der Bewilligungen für den Aufenthalt von Ausländerinnen und Ausländern in der Schweiz wird durch jährliche Höchstzahlen und Kontingente begrenzt." Es stellt sich nun die Frage, auf welcher Basis die Kontingente zugeteilt werden.

Die vorliegende Studie präsentiert verschiedene Szenarien, nach welchen Kriterien Kontingente für Zuwanderer zugeteilt werden könnten. Für jedes Szenario wird zwischen fünf Varianten differenziert, die sich in der Zahl der verfügbaren Kontingente unterscheiden. Simulationsrechnungen stellen jeweils dar, welche Folgen die entsprechende Zuteilung hat.


Erwerbsbeteiligung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt

KEK-CDC Consultants, Zürich und B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung, Basel
Januar 2012 – April 2014

Das BFM hat eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Erwerbsbeteiligung von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen in historischer Perspektive untersucht. Die Studie besteht aus einem quantitativen und einem qualitativen (Ergebnisse aus Interviews und Workshops mit Vertreterinnen und Vertretern der Arbeitgeberschaft) Teil. Für den quantitativen Teil wurde ein neuer Datensatz, bestehend aus einer Zusammenführung von ZEMIS- und AHV-Daten, erstellt. Dabei wird erstmals eine Verlaufsbeobachtung der beruflichen Integration von vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen sowie der Personen mit einer Härtefallregelung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt über einen Zeitraum von 10 Jahren ermöglicht.

Die Studie hat ergeben, dass sich die Erwerbsbeteiligung von Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen während den beobachteten 10 Jahren deutlich steigert. Zudem liefert die Studie Erklärungsansätze für diese Quoten, sowie Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen zu einer verbesserten Arbeitsmarktintegration von vorläufig Aufgenommenen und Flüchtlingen.


Die marokkanische, die tunesische und die algerische Bevölkerung in der Schweiz

Schweizerisches Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien, Universität Neuchâtel
Dezember 2011 – Juni 2014

Mit einem Bestand von fast 18 000 Personen am Ende der ersten Dekade dieses Jahrhunderts machen die Staatsangehörigen aus den Ländern des zentralen Maghreb, d. h. Marokko, Tunesien und Algerien, 1% der in der Schweiz lebenden ausländischen Bevölkerung aus. Diese Bevölkerungsgruppen werden in der Öffentlichkeit aber überproportional stark wahrgenommen.

Aus diesem Grund erteilte das Bundesamt für Migration (BFM) dem Schweizerischen Forum für Migrations- und Bevölkerungsstudien (SFM) den Auftrag, im Rahmen seines Projekts zu Publikationen über die jüngeren Migrationsbewegungen eine Studie über diese Bevölkerungsgruppen durchzuführen. Ziel ist, die wesentlichen Informationen über die Merkmale dieser Migrantengruppen, deren Migrationsgeschichte, Entwicklung und Integration prägnant und übersichtlich zusammenzustellen.


Motivation der Zuwanderung von Arbeitskräften aus den EU-25/EFTA-Staaten in die Schweiz

B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung AG, Basel
Dezember 2013

Erstmals untersucht eine Studie umfassend die Rekrutierungsgründe von Schweizer Arbeitgebern, die Personen aus der EU/EFTA angestellt haben. Ebenso gibt sie Aufschluss darüber, aus welchen Motiven Ausländerinnen und Ausländer aus den genannten Staaten in die Schweiz einwandern. Der Bundesrat hatte im Jahr 2011 das Bundesamt für Migration (BFM) beauftragt, eine solche Expertise zu veranlassen.

Für Arbeitgeber steht an erster Stelle der Fachkräftemangel: 45% der Schweizer Arbeitgeber gaben als Rekrutierungsgrund fehlende Fachkräfte im Inland an. Rund 33% der befragten Firmenverantwortlichen stellten eine Person aus dem EU-Raum an, da zu wenige Kandidaten im lokalen Bewerbungspool vorhanden waren. 19% verwiesen auf die Spezialkenntnisse der aus dem Ausland stammenden Kandidatin respektive des Kandidaten.


Evaluation: Praxis humanitäre Visa

Interface Politikstudien Forschung Beratung und Universität Luzern
Dezember 2013

Seit September 2012 ist die Einreichung von Asylgesuchen auf Schweizer Vertretungen im Ausland nach Art. 20 Asylgesetz (AsylG) nicht mehr möglich. Personen, bei denen aufgrund des konkreten Einzelfalls offensichtlich davon ausgegangen werden muss, dass sie im Heimat- oder Herkunftsstaat unmittelbar, ernsthaft und konkret an Leib und Leben gefährdet sind, haben jedoch neu die Möglichkeit, mit einem Visum aus humanitären Gründen in die Schweiz einzureisen. Im Auftrag des Bundesamts für Migration (BFM) führte Interface Politikstudien Forschung Beratung gemeinsam mit der Universität Luzern eine Evaluation der Praxis zu den humanitären Visa durch.


Optionen der Schweiz für die Errichtung eines Programms für registrierte Reisende

Ernst Basler + Partner AG, Zürich
September 2013

Im Zuge der voranschreitenden Globalisierung nimmt der Personenverkehr weltweit zu. Erreichbarkeit ist ein zentraler Wettbewerbsfaktor, wobei nebst Infrastrukturbauten zunehmend auch operationelle Massnahmen zur Verbesserung der Erreichbarkeit und zur Vereinfachung des Reiseablaufs umgesetzt werden. In der Schweiz bestehen Ideen, allenfalls ein eigenes Programm für registrierte Reisende aus Drittstaaten zu erstellen. Das Bundesamt für Migration beauftragte Ernst Basler + Partner damit, eine Studie zu möglichen Optionen der Schweiz bezüglich der Errichtung eines Programms für registrierte Reisende zu erstellen.


Schätzung der Kosten und Vereinfachung der Regulierungen im Bereich der Zulassung von ausländischen Erwerbstätigen zum schweizerischen Arbeitsmarkt

B,S,S. Volkswirtschaftliche Beratung, Basel
August 2013

Die hier vorliegende Studie "Schätzung der Kosten und Vereinfachung der Regulierungen im Bereich der Zulassung von ausländischen Erwerbstätigen zum schweizerischen Arbeitsmarkt" ist ein integraler Bestandteil eines Projekts des Bundesrates das in Zusammenhang mit der Annahme der Postulate Fournier 10.3429 und Zuppiger 10.3592 lanciert wurde. Diese Studie wurde mit den Analysen der anderen Bereiche zum "Bericht des Bundesrates über die Kosten der Regulierung" zusammengefasst.

Finanziert wurde die Teilstudie über die ausländischen Arbeitskräfte durch das Bundesamt für Migration. Die Untersuchungen befassen sich nicht nur mit der Schätzung der Regulierungskosten, sondern auch mit der Identifizierung von Maßnahmen, um diese Kosten zu senken.


Fiskalbilanz der Neuen Immigration in die Schweiz

Forschungsstelle für Arbeitsmarkt- und Industrieökonomik (FAI), Universität Basel
Dezember 2012

Die fiskalische Auswirkung bzw. Inzidenz der Immigration befasst sich mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen dem, was Einwandernde in Form von Steuern und Beiträgen in die Staatskasse und die Sozialversicherungen einzahlen, und dem, was sie an Zuwendungen und Leistungen erhalten. Wer finanziert im Saldo wen: Die Ausländer die Einheimischen oder umgekehrt? Eine Antwort hierauf liefert eine Fiskalbilanz, welche die Menge an staatlichen Leistungen, welche Ausländer beziehen, mit deren Finanzierungsbeiträgen vergleicht. Übersteigen die Beiträge die erhaltenen Leistungen bzw. fällt die Fiskalbilanz positiv aus, ist die Immigration aus der Sicht des Staatshaushalts für das Zielland profitabel.


Regionalwirtschaftliche Analyse Empfangs- und Verfahrenszentren des BFM

Ecoplan, Bern
Oktober 2012

Das Bundesamt für Migration (BFM) führt in der Schweiz fünf dezentrale Empfangs- und Verfahrenszentren (EVZ) für Asylsuchende. Das BFM sucht angesichts der Zunahme der Asylgesuche und im Rahmen der Neustrukturierung des Asylbereichs zusätzliche Unterbringungskapazitäten. Vor diesem Hintergrund wurden die bestehenden Unterkünfte auf ihre regionalwirtschaftlichen Effekte untersucht.


Das Personenfreizügigkeitsabkommen Schweiz-EU/EFTA und das Wachstum des BIP pro Kopf in der Schweiz

Konjunkturforschungsstelle KOF ETH Zürich
Mai 2012

Die Konjunkturforschungsstelle KOF-ETH Zürich hat eine Studie zum Einfluss des Personenfreizügigkeitsabkommens Schweiz–EU (FZA) auf das Bruttoinlandprodukt (BIP) pro Kopf veröffentlicht. Die Studie wurde vom Bundesamt für Migration (BFM) in Auftrag gegeben.


"Zwangsheiraten" in der Schweiz: Ursachen, Formen, Ausmass

Dr. Anna Neubauer und Prof. Dr. Jeanine Dahinden, Universität Neuchâtel
März 2011 – Januar 2012

Die Studie beschreibt Ursachen, Formen und Ausmass von "Zwangsheiraten" in der Schweiz und eruiert das Profil der Opfer. Weiter legt sie dar, welche Massnahmen in den Bereichen Prävention, Betreuung und Schutz bereits bestehen respektive welche weiterführenden Massnahmen ins Auge zu fassen wären. Gestützt darauf wird ein Programm mit gezielten Massnahmen umgesetzt, welche auf eine behutsame und effektive Weise betroffene Personen vor Ort unterstützen und schützen (Sensibilisierung, Anlaufstellen und Beratung, Schutz).


Gesundheitsmonitoring der Migrationsbevölkerung II

(Federführung Bundesamt für Gesundheit BAG)

Arbeitsgemeinschaft BASS, ZHAW, ISPM, M.I.S TREND
November 2009 – September 2011

Um die Datenlage zu verbessern und mittelfristig Veränderungstendenzen im Gesundheitszustand und -verhalten der Migrationsbevölkerung sowie bei deren Inanspruchnahme des Gesundheitswesens zu erkennen, ist 2010 das zweite Gesundheitsmonitoring (GMM ll) durchgeführt worden. Die Resultate zeigen: In der Schweiz sind deutliche Ungleichheiten zwischen der einheimischen Bevölkerung und Migrantinnen bzw. Migranten nachweisbar. Der körperliche und psychische Gesundheitszustand der Befragten ist in vielen Fällen schlechter als derjenige der Einheimischen. Bei der Inanspruchnahme von medizinischen Dienstleistungen konnten hingegen keine systematischen Unterschiede gefunden werden.


Arbeitsmarktintegration von EU/EFTA-Bürgerinnen und Bürgern in der Schweiz

Prof. George Sheldon, Universität Basel
Dezember 2009 – Februar 2011

Das Personenfreizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union (EU) gilt als Herzstück der Bilateralen Verträge I. Mit Inkrafttreten des Protokolls II am 1. Juni 2009 haben Bürgerinnen und Bürger aus insgesamt 27 EU-Staaten plus drei EFTA-Staaten erleichterten Zugang zum Schweizer Arbeitsmarkt erhalten. Für die neuen EU-Mitgliedstaaten (Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ungarn, Rumänien und Bulgarien) wurden Übergangsfristen eingesetzt, d.h. es gelten weiterhin Zuwanderungsbeschränkungen, die jedoch schrittweise aufgehoben werden. Dank dem Abkommen profitieren Schweizer Unternehmen ihrerseits von den erweiterten Rekrutierungsmöglichkeiten im EU-Raum. Die Personenfreizügigkeit wird umso wichtiger, als das Angebot an inländischen Arbeitskräften mittelfristig aus demographischen Gründen tendenziell rückläufig ist. Mit Beginn der Wirtschaftskrise hat sich eine neue Kontroverse um die Zuwanderung aus der EU entwickelt. Meldungen über hohe Arbeitslosenquoten unter den Ausländerinnen und Ausländer – welche angeblich die Arbeitslosenkasse belasten – häufen sich.

Vor diesem Hintergrund befasst sich die Studie mit drei Hauptthemen:

  • der Entwicklung der Zu- und Rückwanderungen von ausländischen Arbeitskräften aus den EU-17/EFTA-Ländern in der Schweiz,
  • dem Ausmass der Arbeitsmarktintegration dieser Ausländer hierzulande und
  • der Auswirkung der seit dem Inkrafttreten des Personenfreizügigkeitsabkommens (FZA) der Schweiz mit der EU im Juni 2002 erfolgten Zuwanderungen aus dem EU-17/EFTA-Raum auf die Löhne der inländischen Erwerbsbevölkerung (Schweizer und ansässige Ausländer).

Neue Qualitätsstandards für LINGUA

Prof. Tim McNamara, University of Melbourne
April 2009 – Februar 2011

Um der erhöhten Komplexität des Migrationsgeschehens Rechnung zu tragen (z.B. Sozialisation von Gesuchstellern in mehreren Ländern), sollen die Minimalkriterien, nach denen die Qualität von LINGUA-Analysen gemessen wird, aktualisiert und ausgeweitet werden.


Langzeitbezug von Nothilfe durch weggewiesene Asylsuchende

Büro Vatter, Bern
November 2009 – Mai 2010

Asylsuchende mit einem rechtskräftigen Wegweisungsentscheid und angesetzter bzw. abgelaufener Ausreisefrist haben keinen Anspruch mehr auf Sozialhilfe für Asylsuchende. Bis zum Zeitpunkt ihrer Abreise aus der Schweiz können sie gestützt auf Artikel 12 der Bundesverfassung lediglich Hilfe in Notlagen (Nothilfe) beziehen.

Diese Studie analysiert den Bezug von Nothilfe durch weggewiesene Asylsuchende näher. Dabei stand der sogenannte Langzeitbezug von Nothilfe im Zentrum der Untersuchung. Dieser und seine Folgeprobleme waren zu beschreiben, mögliche Erklärungen zu identifizieren und Massnahmen für allfällige Verbesserungen zu diskutieren, wobei die Vollzugspraxis der Kantone im Vordergrund stand.


  
Archiv abgeschlossene Projekte bis 2009

nach oben Letzte Änderung 16.06.2017