Freiwillige engagieren sich bei der Integration von Migrantinnen und Migranten

Schlagwörter: Integration

Medienmitteilungen, SEM, 17.08.2017

Wenn Migrantinnen und Migranten bei der Integration in der Schweiz durch freiwillige Mentoren unterstützt werden, lohnt sich das. Das vom SEM lancierte Bundesprogramm "Mentoring 2014-2016" hat einen wichtigen Beitrag zum Zusammenleben in der Schweiz und zur schulischen, beruflichen und sozialen Integration von Migrantinnen und Migranten geleistet. Dies hat eine externe Evaluation bestätigt.

Migrantinnen und Migranten haben oftmals Schwierigkeiten, ihr Potential und ihre Fähigkeiten auszuschöpfen, da es ihnen an informellem Wissen und Kontakten fehlt. Aus diesem Grund hat das SEM im Jahr 2014 das Programm "Mentoring 2014-2016" lanciert.

Im Rahmen des Programms hat das SEM Projekte unterstützt, in welchen hiesige Mentorinnen und Mentoren freiwillig Asylsuchende unterstützen, sich im Schweizer Bildungssystem und Arbeitsmarkt zu orientieren. Bewerbungsschreiben verfassen, nach einer Schnupperlehre suchen oder ganz einfach die Schulaufgaben erledigen: Für Migrantinnen und Migranten sind dies oft grössere Herausforderungen – vor allem, wenn sie erst seit kurzem in der Schweiz leben.

Das SEM hat 39 Projekte mit insgesamt rund 2 Mio. Franken unterstützt. Die geförderten Projekte fokussierten auf die berufliche, schulische und soziale Integration. Die Inhalte der einzelnen Projekte sind sehr unterschiedlich: In Projekten in der Ostschweiz etwa werden Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund von Studierenden bei der Lehrstellensuche begleitet. Andere Projekte richten sich beispielsweise an Hochqualifizierte und helfen, eine der Qualifikation entsprechende Stelle zu finden. In einem weiteren Projekt unterstützen Mentorinnen und Mentoren Eltern bei den schulischen Anliegen ihrer Kinder. Oder ein Projekt vermittelt Migrantinnen und Migranten wichtige regionale Informationen. Zielgruppe der Programme waren insbesondere vorläufig Aufgenommene und Flüchtlinge sowie Kinder und Jugendliche. Insgesamt nahmen rund 2700 Personen an den Projekten teil. Die Teilnahme am Mentoring hat sich für die Mentees gelohnt: 70 Prozent der Personen, die bei der Integration in den Arbeitsmarkt Hilfe erhalten haben, haben durch das Mentoring eine Anschlusslösung gefunden.

Sämtliche Projekte sind auf der Webseite des SEM aufgeführt.

Das SEM hat das Bundesprogramm extern evaluieren lassen. Der Evaluationsbericht zeigt, dass die Rekrutierung von Freiwilligen erfolgreich verlief und die Projekte sich gut etablieren konnten. Mentoring wird als wirksames Angebot beurteilt, um Migrantinnen und Migranten bei der beruflichen und sozialen Integration zu unterstützen. Damit die Koordination sichergestellt ist und die Qualität stimmt, ist eine Begleitung durch professionelle Anbieter notwendig. Die Evaluation zeigt weiter, dass für einzelne dieser Anbieter die nachhaltige Finanzierung eine Herausforderung bleibt.

Das Integrations-Programm "Mentoring 2014-2016" wie auch die Studie "Beitrag der Freiwilligenarbeit in Projekten im Bereich der Integrationsförderung und des interkulturellen Zusammenlebens" haben gezeigt, dass die Zivilgesellschaft eine zentrale Rolle bei der Integration spielt. Integration fordert nämlich nicht nur Anstrengungen auf Seiten von Zugewanderten. Wichtig ist auch eine offene Zivilgesellschaft, damit Zugewanderte sich mit dem Leben in der Schweiz und unseren Werten vertraut machen können.

Auch künftig wird die Förderung des Zusammenlebens einen Schwerpunkt bei der Integrationsförderung bilden. Dies sehen nicht nur die kantonalen Integrationsprogramme vor, die Bund und Kantone ab 2018 weiterführen werden. Das Engagement von Freiwilligen nimmt auch bei der Aufnahme von Kriegsvertriebenen aus den Nachbarländern Syriens einen zentralen Platz ein: Der Bundesrat hat am 9. Dezember 2016 beschlossen, in den nächsten Jahren weitere 2000 besonders verletzliche Personen aufzunehmen, die vom UNO-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) bereits als Flüchtlinge anerkannt sind (Resettlement).

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nach oben Letzte Änderung 17.08.2017

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