Integrierte Grenzverwaltung / Integrated Border Management (IBM)

Mit der Strategie "Integrierte Grenzverwaltung" (IBM-Strategie 2012) und dem Aktionsplan "Integrierte Grenzverwaltung" (IBM-Aktionsplan 2014) schuf die Schweiz erstmals ein gemeinsames Dach über sämtlichen Aktivitäten der einzelnen Grenzverwaltungsbehörden. Der erste Strategiezyklus im Bereich der Integrierten Grenzverwaltung wurde 2018 mit einem Abschlussbericht beendet. Im Auftrag des Bundesrates erarbeitete das SEM unter engem Einbezug aller involvierten Partner bei Bund und Kantonen eine Nachfolgestrategie, die "Strategie der Integrierten Grenzverwaltung 2027", kurz "IBM 2027".

Die Vision von IBM 2027 führt die bisherige Ausrichtung weiter: Die erfolgreiche Bekämpfung der illegalen Migration und der grenzüberschreitenden Kriminalität bildet nach wie vor den Kernbestandteil der Vision. Auch der Anspruch, die Ein- und Ausreise für legal Reisende möglichst reibungslos zu gestalten, findet sich in der neuen Strategie wieder. Ergänzend zu den früheren Hauptzielen betont die Vision neu explizit auch die Funktion der Grenze bei der Wahrung der Sicherheit der Schweiz und des Schengen-Raums. Ebenfalls werden die verstärkte Zusammenarbeit und der Einsatz moderner Technologien hervorgehoben.

Die Strategie nimmt für sich in Anspruch, vor allem auch auf zukünftige, innerhalb des Strategiehorizonts bis 2027 zu erwartende Herausforderungen eine Antwort bereit zu halten. Als prägende Trends der kommenden Jahre identifiziert die Strategie die zunehmende Mobilität, eine erhöhte Bedrohungslage, die konstant hohe Reformkadenz des Schengen-Acquis, die zunehmende Komplexität und Überschneidung der Aufgaben im Bereich der Grenzverwaltung sowie die rasante technologische Entwicklung und ihre Auswirkungen auf die Prozesse. Diese Trends nimmt die Strategie auf und versucht, ihre Auswirkungen auf die Grenzverwaltung abzuschätzen.

Die Strategie umfasst 36 übergeordnete Ziele. Diese lassen sich grob in folgende Themen einteilen:

  • Strategische Zielsetzungen mit programmatischem Charakter
  • Stärkung und Formalisierung der Zusammenarbeit
  • Modernisierung, Vereinheitlichung und Sicherung der technischen Kontrollinfrastruktur an der Grenze und im Inland
  • Sicherstellen einer qualitativ hochwertigen und definierten Standards entsprechenden Grenzverwaltung
  • Effizienter Einsatz der bestehenden Ressourcen

Die Wirksamkeit und der Erfolg der Strategie hängen davon ab, mit welchen Strukturen und Mitteln diese in konkrete Massnahmen überführt wird und wie diese Massnahmen umgesetzt wer-den. Es ist analog des ersten Zyklus vorgesehen, die Massnahmen in einem Aktionsplan zu bündeln und sie klar zu priorisieren. Weiter soll der Aktionsplan dynamisch ausgestaltet sein, um so wann immer angezeigt auf Änderungen von Umfeld und Einflussfaktoren reagieren zu können. Der Aktionsplan soll bis Ende 2020 vorliegen.

Vier-Filter Modell

Letzte Änderung 03.09.2020

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