Kantonale Integrationsprogramme

Seit 1. Januar 2014 verfügt jeder Kanton über ein kantonales Integrationsprogramm (KIP), in dem alle Massnahmen der spezifischen Integrationsförderung gebündelt werden. Dazu hat das Staatssekretariat für Migration mit den Kantonen Programmvereinbarungen für die Jahre 2014-2017 abgeschlossen. In der gemeinsamen Strategie legten Bund und Kantone die Förderbereiche fest, in denen spezifische Integrationsmassnahmen flächendeckend in der ganzen Schweiz umgesetzt werden.

Animation: Die Integration in der Schweiz gelingt in der Regel gut. Die grosse Mehrheit der Migrantinnen und Migranten nimmt aktiv am wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Leben teil. Hinter der erfolgreichen Integration stecken grosse Anstrengungen und die gute Zusammenarbeit von Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft und Gemeinden, Kantonen und Bund. Trotz dem gut funktionierenden Alltag braucht es in gewissen Fällen zusätzliche Anstrengungen für die Integration. Hier kommen die Kantonalen Integrationsprogramme ins Spiel und leisten eine wichtige Brückenfunktion. Sie ergänzen und erweitern die bestehenden Angebote. Aufgrund von wirtschaftlichen oder gesellschaftlichen Veränderungen entstehen neue Herausforderungen. Hier bieten die KIP neue Lösungen. Integration gelingt nur, wenn alle Akteure an einem Strang ziehen - Bund, Kantone und Gemeinden. Arbeitgeber und Schulen, Vereine und Kirchen. Migrantinnen und Migranten, Nachbarschaft und die ganze Bevölkerung.

Erwartete Wirkungen per Programmende

Für alle acht Förderbereiche ist verbindlich festgelegt, welche strategischen Ziele am Ende der Programmperiode erreicht werden sollen. Integrationsmassnahmen zu den Bereichen Sprache und Bildung, Beratung, Arbeitsmarktfähigkeit, interkulturelles Übersetzen und soziale Integration bestehen bereits. Hier sehen Bund und Kantone vor, diese auszubauen und weiterzuentwickeln.

Bund und Kantone wollen auch neue Massnahmen ergreifen und auf Herausforderungen reagieren, die sich durch die wachsende Zuwanderung ergeben. Ein wichtiges Anliegen ist, dass die Integration möglichst früh einsetzt. Erwachsene Zugewanderte sollen kurz nach der Einreise eine Erstinformation erhalten. Kinder mit Migrationshintergrund sollen bei Bedarf vor dem Schuleintritt ein Angebot der Frühen Förderung besuchen können.

Darüber hinaus anerkennen Bund und Kantone den Schutz vor Diskriminierung als eine unabdingbare Grundlage, damit sich Migrantinnen und Migranten in der Schweiz integrieren können.

Beispiel für "Erstinformation und Integrationsförderbedarf"

Strategisches Ziel:
Alle aus dem Ausland neu zuziehenden Personen mit Perspektive auf längerfristigen, rechtmässigen Aufenthalt fühlen sich in der Schweiz willkommen und sind über die wichtigsten hiesigen Lebensbedingungen und Integrationsangebote informiert.
Migrantinnen und Migranten mit besonderem Integrationsförderbedarf werden so früh wie möglich, spätestens aber nach einem Jahr, geeigneten Integrationsmassnahmen zugewiesen.

Fallbeispiele:
Herr M. aus Frankreich tritt eine Arbeitsstelle in der Schweiz an. An einem Begrüssungsgespräch der Gemeinde erhält er Informationen über den Alltag in der Schweiz. Er erfährt zum Beispiel, wie er sich gegen Krankheit und Unfall versichern muss.
Frau R. aus Portugal zieht zu ihrem Mann, der bereits länger in der Schweiz arbeitet. Sie hat keine Kenntnisse der lokalen Sprache. Mit ihr wird im Rahmen einer Integrationsempfehlung vereinbart, einen Sprachkurs zu besuchen.

nach oben Letzte Änderung 03.05.2018